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Hagenower Kreisblatt

18. November 2017 | 04:04 Uhr

Einfach mal die Milchstraße sehen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

„Sternengucker“ könnten künftig in die Region gelockt werden / Wegen geringer Lichtverschmutzung ist der Sternenhimmel gut zu sehen

von
erstellt am 29.Jan.2015 | 16:35 Uhr

Die Tripkauer Kirche und über ihr ein funkelnder Sternenhimmel. Dieses Foto von Helmut Schnieder aus Jameln ziert sowohl ein Kalenderblatt des Kalenders „Unser schönes Amt Neuhaus“ und ist auch im neuen Urlaubsmagazin der Flusslandschaft Elbe GmbH zu finden. Dem Fotografen ist dieses schöne Bild gelungen, weil es im Amt Neuhaus ziemlich dunkel ist, weil störende, andere Lichtquellen fehlen. Keine große Stadt befindet sich in der Nähe, die „Lichtverschmutzung“ ist sehr gering.


Dark Sky Association bekämpft „Lichtsmog“


Was für den einen vielleicht schwer erträglich ist, ist für andere ein großes Geschenk. Zum Beispiel für die Mitglieder der „International Dark Sky Association (IDSA)“. Sie beklagen die zunehmende Lichtverschmutzung, machen darauf aufmerksam und wollen sie, wenn möglich, bekämpfen. Es geht ihnen nicht nur darum, den Sternenhimmel erleben zu können, sondern auch um den Schutz nachtaktiver Tiere und um die Einsparung von Energie. Auf der Homepage der IDSA lässt sich eindruckvoll verfolgen, wie es immer heller wird auf der Erde, besonders in Mitteleuropa. Afrika ist auch nachts der dunkle Kontinent. In Deutschland gibt es bei genauem Hinsehen auch nur noch wenige Gegenden, in denen es nachts richtig dunkel wird. Helmut Schnieder hat ausgerechnet, dass es sich nur noch um rund zwei Prozent der Fläche der Bundesrepublik handelt. Der Hobbyastronom fotografiert seit 50 Jahren, aber erst seit fünf Jahren ist er ein begeisteter Fotograf von Bildern des nächtlichen Himmels.

Zur Bundesgartenschau, die in diesem Jahr in der Havelregion stattfindet, gibt es eine Ausstellung von seinen Fotos im Sternenpark Westhavelland. Der war der erste von der IDSA anerkannte Sternenpark in Deutschland und wurde im vergangen Jahr im Februar eingeweiht. Inzwischen gibt es noch einen in der Rhön und einen in der Eifel. Bestimmte Voraussetzungen, wie zum Beispiel eine Kernzone von 40 Quadratkilometern, müssen erfüllt sein, bevor eine Anerkennung möglich ist. Vor allem muss genau die Dunkelheit gemessen werden mit einem „sky-quality-meter“. Sehr engagiert in dieser Sache ist der Leiter des Planetariums Osnabrück, Andreas Hänel. Er steht auch der deutschen Abteilung der IDSA vor.

Doch auch Helmut Schnieder weiß eine Menge darüber und brachte während der Vernissage zur Fotoausstellung im Haus des Gastes die Möglichkeit einer touristischen Vermarktung einer sehr dunklen Region für Sternengucker, Himmelsfotografen und Leuten, die einfach nur mal die Milchstraße sehen wollen, ins Spiel. Holger Hogelücht, Betreiber vom Haus des Gastes, griff die Idee begeistert auf. Man will sich demnächst treffen.

Helmut Schnieder ist es auf jeden Fall schon einmal gelungen, bei Privelack das sogenannte Zodialkallicht zu fotografieren. Das ist eine äußerst schwache, permanente Leuchterscheinung am Himmel, die zu den astronomischen Erscheinungen gehört. „Wenn man die sehen kann, dann ist es wirklich sehr dunkel“, so Schnieder.

Im Westhavelland beginnt man gerade vorsichtig damit, den Sternenpark touristisch zu vermarkten. Das brandenburgische Umweltministerium hat einen Flyer drucken lassen. Es gibt sogar schon zwei Leute, die Sternentouren anbieten. Ganz fix war eine Anbieterin von Ferienhäusern. Sie hat sich eine Internetadresse gesichert, die ganz oben an steht, gibt man Sternenpark Havelland ein.

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