Döbbersen : Einen Becher Kaffee mit der Queen

Mit ihren Enkelinnen Betty (l.) und Isabelle liest Annette Hacke gern in alten Märchenbüchern.
Mit ihren Enkelinnen Betty (l.) und Isabelle liest Annette Hacke gern in alten Märchenbüchern.

Annette Hacke möchte als Rentnerin ein Dorfmuseum aufbauen und mit der englischen Königin über Anstand und Würde sprechen

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24. Juni 2017, 12:00 Uhr

Ein Leben ohne ihre Familie? Für Annette Hacke undenkbar. Die 61-Jährige wohnt in einem ausgebauten Hof in Döbbersen und hat zwei jüngere Geschwister, die ebenfalls in der Region leben. Annette Hacke ist froh, dass ihre Familie so nah ist – auch die beiden Töchter und die drei Enkelinnen sind immer in der Gegend.

Gelernt hat Annette Hacke beim BAG, dem Bundesamt für Güterverkehr, bei dem sie auch ein Fernstudium zur Finanzökonomin absolviert. Nach ihrer 17-jährigen Tätigkeit wechselte sie in die Altenpflege und übernahm die Leitung eines Altenpflegeheims in Tessin. Diese Arbeit, auch wenn sie nach eigener Auskunft nicht immer nur schön war, verleiht dem Mecklenburger Kind einen großen Erfahrungsschatz. Seit 2006 ist Annette Hacke für die BBS Start im Einsatz. Dort arbeitet sie vorrangig mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Schwierigkeiten haben, einen Fuß in die Tür des Arbeitsmarktes zu bekommen.

SVZ-Volontärin Jacqueline Worch stellt der heimatverbundenen 61-Jährigen die beliebten Fragen zum Wochenende.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Sehe den Tag positiv, schaue immer nach vorn.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Hier Zuhause, auf dem Hof, bei meinen Enkelkindern und bei meinen Tieren.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Das ist schwierig zu sagen. Wir hatten eigentlich immer viel Arbeit auf dem Hof, weil wir ja auch noch Viehwirtschaft hatten. Aber ich bin mit meiner Mutter Rüben pflanzen gewesen und damit habe ich wohl mein erstes richtiges Geld verdient.

Wofür haben Sie es ausgegeben?

Das haben wir aufs Sparbuch gelegt und dann haben unsere Eltern uns später davon ein Moped gekauft.

Was stört Sie an anderen?

Egoismus. Das stört mich ganz doll, wenn Menschen nicht mal an den Nächsten denken können und keine Unterstützung geben.

Was bedeutet Ihnen persönlich Glück?

Ganz viel – Glaube ist wichtig, Gesundheit ist wichtig und Liebe ist wichtig. Das sind die drei Dinge, die Glück für mich ausmachen. Und meine Familie bedeutet für mich Glück.

Sind Sie eher ein Kopf- oder ein Bauchmensch?

Ich glaube ein Kopfmensch. Wenn es absolut nicht geht, dann entscheide ich aus dem Bauch heraus, aber sonst bin ich eher ein Kopfmensch.

Welchen Wunsch wollen Sie sich noch erfüllen?

Große Wünsche habe ich eigentlich gar nicht. Mir ist wichtig, dass alle gesund sind. Das wäre ein Wunsch für mich.

Wen würden Sie gern mal auf einen Becher Kaffee treffen?

Die Queen. Ich möchte mich mit der Königin von England unterhalten und fragen, wie sie all die Dinge in ihrem Alter schafft. Ich würde sie fragen wollen, wie es in einem Königshaus aussieht, weil viele Sachen wie Anstand und Würde verloren gehen.

Worauf könnten Sie niemals verzichten?

Auf meine Enkelkinder, auf meine Kinder – auf meine gesamte Familie könnte ich nicht verzichten.

Wo ist für Sie Heimat?

Hier ist für mich Heimat. In Mecklenburg, aber ganz besonders in Döbbersen.

Wem sollten wir diese Fragen einmal stellen?

Barbara Gubalke – sie ist Kinderärztin in Wittenburg.

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