zur Navigation springen
Hagenower Kreisblatt

24. Oktober 2017 | 06:14 Uhr

Banzin : Eine zweite Chance im Land der Tiere

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Haus- und Nutztiere finden in Banzin ein neues Zuhause. Stiftung Tiernothilfe stellt beim Tag der offenen Tür Lebenshof mit integrierter Bildungsstätte vor

von
erstellt am 19.Jul.2016 | 05:00 Uhr

„Das Zuckerschnütchen“, wie Tanja Günther den Puter liebevoll bezeichnet, liegt eingebettet auf einer Decke im Gras. Er kann nicht mehr aufstehen. Sein Zeh war gebrochen, jetzt quält den Vogel eine Infektion im Fuß. „Die werden wir wohl auch nicht mehr rausbekommen“, sagt die Pflegerin von Puter Heinz. Sein Mitbewohner hingegen stolziert auf dem Gelände umher, meckert alle Besucher an, die zum Tag der offenen Tür auf den Lebenshof nach Banzin gekommen sind. „Wir haben hier jeden Charakter dabei, den man sich vorstellen kann“, sagt  Tanja Günther über ihre Puten.

Derzeit finden rund 50  Tiere ein Zuhause auf dem Hof „Land der Tiere“ im Vellahner Ortsteil Banzin.  Darunter befinden sich Nutz- und Haustiere  wie Schafe, Hühner, Hasen, Hunde und Katzen bis hin zu Schildkröten. Sie alle haben hier die Chance auf ein zweites, glückliches Leben.

Im Oktober 2014 setzten Tanja Günther und Jürgen Foß mit der Stiftung Tiernothilfe ihre Vision von einem gemeinsamen Ort für Mensch und Tier auf dem ehemaligen NVA-Gelände um. Das 133000 Quadratmeter große  Areal soll ein Ort der Theorie und Praxis werden. Die Idee ist, einen Lebenshof für landwirtschaftliche Tiere mit integrierter Bildungsstätte zu schaffen. Der zweite Tag der offenen Tür am vergangenen Sonntag war ein weiterer Schritt dahin. „Wir haben heute ein ganz gemischtes Publikum“, erzählt Tanja Günther sichtlich erfreut über die zahlreichen Besucher. Unter den Gästen seien Bewohner aus der Umgebung, die  mal hinter die Kulissen des Lebenshofes schauen wollten aber auch Menschen, die das Thema einfach sehr interessiert.

An einem Infostand konnten sich die Besucher über das Projekt „Land der Tiere“ informieren,  bei einem Rundgang  von der Arbeit überzeugen, der Lesung von Autorin Hilal Sezgin  lauschen  und an einem Kuchenbasar sich von den zahlreichen Möglichkeiten der veganen Küche inspirieren lassen. „Wir führen gerade  ein ganz interessantes Experiment durch“, erklärt Bianca Ulken auf ihrer Führung. Die angehende Sozialarbeiterin unterstützt   von Mittwoch  bis Freitag als  „Bufdi-Frau“ die Arbeit der Stiftung Tiernothilfe und packt, wie alle anderen Helfer auf dem Hof, ehrenamtlich mit an. „Hier bauen wir verschiedene Soja-Sorten an, um zu sehen, welche Sorte am besten in unserer Region wächst“, erklärt sie den Besuchern.

In Zukunft sollen noch weitere Projekte wie Tierschutzunterricht oder Bildungsangebote zu Tier-, Umwelt- und Menschenrechtsthemen auf dem Lebenshof stattfinden. Und die besten Botschafter für diese Aufgabe seien immer noch die Tiere selbst. „Es ist teilweise sehr erstaunlich, dass viele Menschen gar nicht wissen, wie die Tiere, die sie essen,  aussehen“, sagt die Tierschützerin. 

Zudem seien auch weitere Baumaßnahmen geplant.   Das  Schildkrötengehege  soll erneuert werden, und direkt am Wald soll das   Schweineland entstehen. „Wir möchten hier aus fünf Bunkern einen Stall für die Schweine bauen.“ Dabei freuen sich die Mitglieder der Stiftung  auf weitere helfende Hände und finanzielle Unterstützer, damit die Idee einer einzigartigen Begegnungsstätte für Tier und Mensch bald voll umgesetzt ist, und viele weitere  Haus- und Nutztiere ein neues Zuhause und eine zweite Chance bekommen. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen