Pritzier : Eine Verbeugung vor den Bauern

Klaus-Michael Glaser
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Klaus-Michael Glaser

Klaus-Michael Glaser (CDU) und Stefan Sternberg (SPD) wollen als Landrat den Bauern ihrer Region den Rücken stärken

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14. Februar 2018, 05:00 Uhr

Der eine will die Landschaft möglichst nicht von hohen Schutzzäunen gegen die Wölfe verschandelt sehen und als Landrat bei Bauanträgen für zügige Bearbeitung gerade bei Landwirten sorgen. Der andere ist gegen eine hochtrabende Wolfsromantik, will die Weidebetriebe schützen und wehrt sich gegen die Preisspirale bei den Pachtverträgen für landwirtschaftliche Nutzflächen, an der auch die Kommunen drehen.

Die Rede ist von den beiden derzeit offiziell aufgestellten Landratskandidaten Klaus-Michael Glaser von der CDU und Stefan Sternberg von der SPD. Beide hatten sich bei den Bauern nicht etwa aufgedrängt, sie wurden eingeladen.

Heraus kam am Ende eine freundliche aber durchaus tiefe Verbeugung der beiden vor dem Landwirten. Deutlich wurden aber auch die begrenzten Möglichkeiten, die ein künftiger Landrat haben wird, um seinen Bauern unter die Arme zu greifen. Denn die Agrarpolitik ist EU-Sache, nicht die des Bundes oder etwa der Länder.

Sowohl Glaser als auch Sternberg waren in ihren Reden klug genug, die Landwirte und ihre Verdienste zu loben. Bauern denken nicht in Wahlperioden sondern generationsübergreifend, meinte Glaser und lobte die Landwirte für ihre nachbarschaftlichen Dienste bei den vielen Festen oder beim Schneeräumen.

Stefan Sternberg beschrieb als amtierender Bürgermeister Grabows seine Probleme, die er als Leitender Verwaltungsbeamter beim Abschluß von Pachtverträgen habe. Dort sei er fast gezwungen, höhere Preise zu nehmen, weil er sich dem Landesdurchschnitt anpassen müsse. Und der steige ständig.

Glaser stellte seine Qualifikation als Volljurist heraus, bekannte aber auch, dass er kein Experte für Agrarpolitik zu sein. „Sie sind die Motoren im ländlichen Raum, ihr Engagement wird wahr genommen“. rief er, während er sich warm redete, in den Saal.

Sein Konkurrent Stefan Sternberg stieß in das gleiche Horn, als er von Garanten des ländlichen Lebens sprach. Er habe in seinem Grabower Bereich schon jetzt mit vielen verantwortungsvollen Landwirten zu tun, auf die man sich immer verlassen könne.

Beide berichteten von ihren ersten Verbindungen mit der Landwirtschaft. Glaser ist auf einem Dorf bei Hamburg aufgewachsen, Sternbergs Großeltern hatten einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb.

Während der Christdemokrat dem aufmerksamen Publikum zurief, dass ihnen die Ausgleichszahlungen für ihre Arbeit zustünden, Genehmigungen gerade vom Kreis schnell und verlässlich kommen müssten und er für mehr Vertrauen in Politik und Verwaltung werben wolle, ging Stefan Sternberg einen anderen Weg.

Er stürzte sich auf das Thema der Bodenpreise und die Verkaufswelle, die derzeit durch das ganze Land rolle. Hier sei eine Spirale in Gang gekommen, die ihn nachdenklich stimme. „Ich habe gelernt, dass Boden und Wälder das Tafelsilber einer jeden Gemeinde sind. Aber es wäre auch sehr schön, wenn die Flächen der Region auch in Sachen Grundbesitz in der Region bleiben würden.“

Beim Dauerthema Wolf vertraten beide ähnliche Positionen. Glaser: „Wir müssen die Folgen bedenken, Weidehaltung muss weiter möglich sein, der Wolf gehört nicht in die Nähe menschlicher Besiedlungen.“ Sein Mitbewerber Sternberg sah es so: „Problemwölfe müssen schnell entnommen werden, dafür kann man ja als Landrat sorgen, schließlich untersteht einem da ja auch die Untere Jagdbehörde. Und mit der muss man gut zusammenarbeiten.“

Ordentlichen Beifall gab es am Ende für beide Kandidaten. Am 27. Mai soll der neue Landrat oder die Landrätin gewählt werden. Doch in Sachen Wahlkampf halten sich die Beteiligten bisher auffallend zurück. Die jüngste Versammlung des Kreisbauernverbandes bildete da eine Ausnahme. Die bisher dritte Kandiadatin, Jaqueline Bernhardt von Linken, war nicht eingeladen worden. Sie sei ja bisher nicht offiziell zur Kandidatin von ihrer Partei gekürt worden, hieß es dazu auf Nachfrage beim Bauernverband.

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