zur Navigation springen

Erntezeit auf der Saatgutplantage Bakendorf : Eine Tonne Zapfen nach Radikalschnitt

vom

Völliger Kahlschlag auf der Saatgutplantage in Bakendorf. Es ist seit Jahren wieder Erntezeit auf der Plantage. Die Samen der Japanische Lärchen sind Grundlage für 190 000 neue Bäume.

Bakendorf | Völliger Kahlschlag auf der Saatgutplantage in Bakendorf. Kerzengrade ragen nur noch die Stämme der Japanischen Lärche zehn Meter in die Höhe. Dazwischen Lutz Homberger. Der Forstwirt des Forstamtes Radelübbe pflückt die begehrten Zapfen des aus Süddeutschland eingeführten, robusten Nadelbaumes von den abgesägten Zweigen, die am Boden liegen. Es ist seit Jahren wieder Erntezeit auf der Plantage aus den 1960er Jahren. Lange wurde sie vernachlässigt, weshalb dieser radikale Pflegeschnitt in einer der wenigen Anlagen dieser Art nötig gewesen sei, erklärt Revierförster Matthias Fiedelmann. Dafür sind extra Spezialkräfte mit Hebebühnen aus dem Forstamt Schlemmin angerückt.

Nachdem sich die Fläche über Jahre nicht im Eigentum der Landesforst befand, war das der erste große Eingriff, um die Plantage wieder aufzupeppeln. Denn "im Optimalfall wären die Lärchen etwa vier bis fünf Meter hoch", sagt Matthias Fiedelmann. "Nun soll die Krone wieder Stück für Stück nach untern wandern." So kommen die Forstmitarbeiter schon in ein paar Jahren besser an die Zapfen mit dem Saatgut. Und das ist wichtig, weil aufgrund des Klimawandels sturmsichere und beständige Baumarten gesichert werden müssten, so Fiedelmann. Heimische Baumarten wie die Europäische Lärche könnten dem Wetter irgendwann nicht mehr Stand halten. Zudem seien die anfälliger für die Baumkrankheit Lärchenkrebs. Die Japanische Lärche hingegen sei da beständiger und habe ein ausgeprägtes Herzwurzelsystem, das sich fest im Boden verankere.

Grundlage für 190 000 neue Japanische Lärchen

600 Kilogramm hat Lutz Homberger mit Hilfe der Frauen aus dem Forstamt Jassnitz nach dem Kahlschlag vor ein paar Wochen schon abgeerntet. Mühsam, mit groben Handschuhen, beackert er jeden Zweig. An diesem Tag alleine. Als ob er Beeren von einem Strauch pflückt. "Etwas schwieriger ist es allerdings schon", sagt der Forstwirt, lacht und schaut auf die Reihen, die noch vor ihm liegen. Gut die Hälfte hat er geschafft. Und angesichts der Jahreszeit ist Eile geboten. Mit einer Tonne rechnet Revierförster Fiedelmann insgesamt. "Wir versuchen auf jeden Fall, so viel wie möglich noch vor dem ersten großen Schneefall zu ernten." Mehrere Säcke voll bringt Lutz Homberger pro Tag in die Scheune des Forstamtes in Bakendorf, wo die Ernte zwischengelagert und getrocknet wird.

In der Samendarre in Jatznick in Vorpommern müssen die Zapfen dann speziell behandelt werden, um an die wertvolle Saat zu kommen. Drei Kilogramm Samen gewinnen die Mitarbeiter dort aus 100 Kilogramm Zapfen - Die Grundlage für etwa 190 000 neue Japanische Lärchen.

zur Startseite

von
erstellt am 13.Dez.2011 | 10:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen