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Europaweite Solidaritätsaktion : „Eine Million Sterne“ fürs Miteinander

vom

Unter dem Motto „Kein Mensch ist perfekt“ fanden sich am Sonnabend vor dem Schloss in Zühr Bürger aus der Region zusammen, um sich zu besinnen.

svz.de von
erstellt am 13.Nov.2011 | 09:32 Uhr

Zühr | Das Licht als Symbol der Hoffnung und Solidarität sollte am Sonnabend in Zühr "Impulse dafür geben, über das eigene Leben nachzudenken", sagte Klaus Abramowski, Sozialarbeiter der Caritas. Europaweit wurden an diesem Abend Kerzen entzündet für die Aktion "Eine Million Sterne", die der Deutsche Caritasverband in diesem Jahr unter das Motto "Kein Mensch ist perfekt" stellte. Und so fanden auch vor dem Schloss in Zühr wieder Bürger aus der Region zusammen, um sich zu besinnen.

Dabei gehe es nicht nur um Armut und Elend in der ganzen Welt. "Jeder solle sich bewusst werden, wo in seinem persönlichen Umfeld etwas nicht stimmt, und wo er sich einbringen kann", so der Sozialarbeiter. Und solche Zeichen, wie der Stern aus hunderten Teelichtern an diesem Abend, würden die Menschen auf der Welt miteinander vernetzen.

Das vierte Mal schufen Bürger dieses Symbol nun in Zühr. "Wir müssen einfach wieder näher zusammenrücken", meinten die Anwesenden. "Das haben wir in der heutigen Gesellschaft verlernt." Als Gründe für dieses Auseinanderdriften sieht Klaus Abramowski das flüchtige Gesellschaftsbild und die berufsbedingte Anspannung. "Und die, die nicht mehr teilhaben können, weil sie zum Beispiel durch Krankheit ihren Job verloren haben, bleiben in ihrem Kummer alleine." Dabei könnten schon kleine Gesten helfen - etwa denjenigen, die Unterstützung brauchen, die Hand zu reichen. In der therapeutischen Wohngemeinschaft der Caritas im Schloss Zühr erlebt der Sozialarbeiter jeden Tag, wie wichtig das ist.

Ingrid und Klaus Hinze aus dem Ort sind das erste Mal an der Aktion beteiligt und stellten fest, dass man im Alltag "doch vieles verdrängt". Durch die Bildervorführung, die vor dem Anzünden der Kerzen im Kaminzimmer gezeigt wurde, denke man wieder bewusst an das Elend, sagte Ingrid Hinze. "Und wir haben gemerkt, dass es uns doch eigentlich gut geht und wir unser Glück schätzen sollten." Das Ehepaar lebt seit drei Jahren in Zühr, kommt aus der Metropole Hamburg, in der große Anonymität herrsche. "Hier wird Gemeinschaft noch groß geschrieben", sagte Klaus Hinze.

Rahel Fiedler ist dagegen das vierte Mal dabei. "Leise sein, für sich, und nachdenken" sei das tolle an der Aktion. "Außerdem sieht es einfach nur schön aus", sagte sie, während sie eines der letzten Lichter platzierte.

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