Müllvermeidung : Eine Menge Müll wird aufbereitet

Ein Schaufelbagger lädt den Hausmüll auf ein Laufband.  Fotos: Maria Nielsen
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Ein Schaufelbagger lädt den Hausmüll auf ein Laufband. Fotos: Maria Nielsen

Abfälle aus Neuhaus landen bei der GfA in Bardowick / Vom 24. bis zum 28. November ist Europäische Woche der Müllvermeidung

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18. November 2014, 13:45 Uhr

Der beste Müll ist der, der gar nicht erst produziert wird. In der kommenden Woche wird europaweit wieder auf Möglichkeiten der Müllvermeidung hingewiesen. Auch die Gesellschaft für Abfallwirtschaft Lüneburg (GfA) mit Sitz in Bardowick macht mit und klärt in der Lüneburger Innenstadt über das Thema Kompost auf.

In der großen Halle auf dem Gelände der GfA, in der die Mülllaster den Hausmüll aus Stadt und Landkreis Lüneburg abkippen und ein Schaufelbagger den Müll dann auf ein Laufband lädt, ist es laut und dämmrig. Und es müffelt. Hier erfolgt die mechanisch-biologische Vorbereitungsbehandlung (MPV). Die Müllsäcke werden maschinell aufgerissen, der Inhalt wird zerkleinert und gesiebt, die vorhandenen Kunststoffe werden zerfasert , Stör- und Wertstoffe wie Metall herausgeholt. Ein Gewirr von Laufbändern transportiert die Fraktionen, bis auf der einen Seite die Heizwert-Fraktion - hauptsächlich Kunststoffmaterial - herauskommt und auf der anderen Seite der biologische Rest. Der landet in großen braunen Containern, ein Deckel kommt drauf und unter anaeroben Bedingungen erfolgt noch drei bis vier Monate lang ein Rotte. Dann landet dieses Material auf der Hausmülldeponie auf dem Gelände der GfA. Die Heizwert-Fraktion hingegen wird in der schleswig-holsteinischen Stad Neumünster nochmal weiter aufbereitet. Sie befeuert als Ersatzbrennstoff die Fernheizung der Stadt.

„Aus der Stadt und dem Landkreis Lüneburg wurden im vergangenen Jahr rund 28 000 Tonnen Hausmüll hier angeliefert“, erläutert Dipl.-Ingenieur Hubert Ringe, Vorstand der GfA bei einer Rundtour über das 100 Hektar große Gelände, auf dem die riesige Hausmülldeponie das große Zentrum bildet. Sie ist großflächig mit Folie abgedeckt, die verhindert, dass Regenwasser eindringt. Auf der Südseite der Deponie produziert eine Photovoltaik-Anlage - die größte im Landkreis - Strom. Diese Fläche hat die GfA allerdings verpachtet.

Auf dem Gelände befinden sich drei weitere, eigenständige Firmen. Die eine befasst sich mit der Sortierung von Altpapier und Sperrmüll, die zweite bereitet verunreinigten Boden auf und die dritte verarbeitet nicht mehr verwertbare Lebensmittel.

Ständig fahren Laster über das Gelände, bringen Hausmüll, Sperrmüll, Grünabfälle, Bauschutt, Altholz, unbelastetes Holz, technische Geräte, Altreifen, Altglas, ... Aber auch Privatleute kommen mit Pkw und Anhäger. Sie entsorgen hier, was sie sonst nicht loswerden. Dabei ist das Angebot der GfA an die Bürger im Landkreis breit. Der Hausmüll wird 14-tägig abgefahren, auch die Abfuhr von Grünabfällen erfolgt im 14-Tage Rythmus, immerhin bis zu zwei Kubikmeter. Das Gleiche gilt für Altpapier. Einmal im Monat kann man seinen Sperrmüll an die Straße stellen. Wer will, kann eine grüne Tonne für organische Abfälle bestellen, die aber extra kostet.


23 000 Tonnen Grünabfälle in 2013


Alles in allem ein umfangreicheres Angebot, als bei den mecklenburgischen Nachbarn im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Ein Haushalt, in dem bis zu drei Personen wohnen und der über eine 60 Liter Hausmülltonne verfügt, zahlt eine Jahresgebühr von 127,20 Euro. Die 60-Liter-Biotonne kostet noch einmal 39 Euro pro Jahr.

An Grünabfällen wurden im vergangen Jahr rund 23 000 Tonnen in Bardowick angeliefert. Fremdstoffe werden per Hand aussortiert, dann wird das Material geschreddert, gesiebt, belüftet, Wasser kommt hinzu und alles wird drei bis vier Mal umgesetzt, bis der dunkle Kompost verkauft werden kann. Der ist übrigens sehr begehrt und findet genügend Abnehmer. In der kommenden Woche bekommen Selbstabholer den Kompost zum halben Preis - wegen der Woche der Müllvermeidung. Die GfA beschäftigt rund 180 Mitarbeiter und ist eine Anstalt öffentlichen Rechts von Stadt- und Landkreis.

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