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Neuhofer fühlen sich vom Amt abgezockt : Eine Lachnummer, die zum Heulen ist

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Immer wieder gibt es Ärger um Ausbaubeiträge: In Neuhof sollen das Ehepaar Grube insgesamt 6200 Euro für eine Zuwegung ihres Eckgrundstückes bezahlen, die sie weder wollen, noch offensichtlich verhindern können.

Neuhof | Über eine vorweihnachtliche Bescherung der amtlichen Art sind Gudrun und Detlef Grube derzeit so richtig stinksauer. Durch den Ausbau des Drönnewitzer Weges soll das Neuhofer Ehepaar eine Zwangs-Zuwegung zum Eckgrundstück erhalten.

"Wir sind weder an einer ein Meter breiten sowie sechs Meter langen feuerverzinkten Treppe noch an einem anderen Zugang interessiert", schimpft Detlef Grube. Seit 1948/49 habe das Grundstück bereits eine Zuwegung über die Hauptstraße 36 und 36a. Die Art und Weise, wie das Amt Zarrentin sie auf unseriöse Art und Weise nun an den Kosten des Straßenausbaus beteiligen wolle, empfinden sie als Schildbürgerstreich. Vom Straßenniveau bis zum Grundstück sind es etwa drei Meter Höhe. "Das macht doch alles keinen Sinn. Wir wollen so etwas nicht", moniert der 52-Jährige weiter. Rund 3000 Euro sollen er und seine Frau für etwas bezahlen, dessen Zweck sie für mehr als fragwürdig erachten. "Unsere Tochter Katja, die auf dem zweiten Grundstück mein ehemaliges Elternhaus bewohnt, soll sogar 3200 Euro berappen", empört sich auch Gudrun Grube. Sie ist den Tränen nahe, zuckt hilflos mit den Schultern. Etwa 65 Meter Auffahrt musste ihr Mann 1999 pflastern, nachdem die beiden ein neues Haus neben dem vorhandenen gebaut hatten, weil eine Zuwegung über den Drönnewitzer Weg vom damaligen Umweltamt abgelehnt worden war. Das Wurzelwerk der alten Linden werde durch eine solche Maßnahme stark gefährdet, hieß es einst. "Jetzt hatten wir kürzlich einen Schaalseereservats-Beauftragten hier, der uns bestätigt hat, dass jedoch eine Treppe möglich sei. Das Bauamt hat uns schließlich mitgeteilt, dass allein, wenn die Möglichkeit einer Zuwegung besteht, wir für einen Anliegerbeitrag mit herangezogen werden können", erinnert sich Detlef Grube. Auf die schriftlichen Einsprüche der Familie folgte bisher keine Antwort. "Mit welchem Recht wird uns hier etwas aufgezwungen?", fragt der Hausherr wütend.

Keinen Handlungsspielraum sieht indes Dirk Schiewer, Bauamtsleiter im Amt Zarrentin. Er verweist auf das Kommunale Abgabengesetz, die Straßenausbaubeitragssatzung der Stadt Zarrentin sowie den Grundsatz der Gleichbehandlung. "Der Gesetzgeber sagt, wenn eine Zuwegungsmöglichkeit besteht, müssen die Eigentümer mit veranlagt werden. Ich kann den Unmut der Familie Grube sehr gut verstehen, aber Recht und Gesetz gelten nun einmal für alle", so Schiewer, der sich der Rolle des Schwarzen Peters sehr wohl bewusst sei, dies jedoch nicht ändern könne.

Ortsteilvorsteher Jürgen Baumgarten ist über die Vorgehensweise der Behörde "regelrecht erschüttert." Er empfinde sie als peinlich. "Ich halte das ganze nicht nur für einen Schildbürgerstreich und den Versuch der Abzocke, sondern auch für eine Lachnummer. Hier werden in ungerechtfertigter Weise unbescholtene Bürger zur Kasse gebeten und Unfrieden gestiftet."

Für Ehepaar Grube und deren Tochter Katja ist ein friedvolles Weihnachten jedenfalls gelaufen. Es vergeht kein Tag, an dem die drei Neuhofer, deren Pech es offensichtlich ist, jeweils ein Grundstück an zwei verschiedenen Fahrbahnen zu besitzen, nicht über das leidige Thema sprechen.

"Wir werden jedenfalls alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, die uns zur Verfügung stehen, um uns gegen dieses Ansinnen des Amtes Zarrentin zur Wehr zu setzen", geben sich Grubes kämpferisch.

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erstellt am 14.Dez.2011 | 06:45 Uhr

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