Stolz der Schule in Zarrentin : Eine kleine Weltmeisterin tanzt sich in alle Herzen

Jede Pose sitzt schon wie bei den Profis auf der Bühne: Johanna Maxima Klatt aus Valluhn ist mit ihren neun Jahren Tanzweltmeisterin. Hier zeigt sie sich in der Garderobe des Titel-Tanzes von Liberec.

Jede Pose sitzt schon wie bei den Profis auf der Bühne: Johanna Maxima Klatt aus Valluhn ist mit ihren neun Jahren Tanzweltmeisterin. Hier zeigt sie sich in der Garderobe des Titel-Tanzes von Liberec.

Der Stolz der Schule am Schaalsee: Johanna Maxima Klatt (9) rührt auch das Lehrerkollegium zu Freudentränen

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22. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Es ist die Erfolgsgeschichte des Jahres. Mit großen Schritten tanzt sich die kleine Johanna Maxima Klatt aus Valluhn rasant an die Weltspitze. Das Herz schlägt der Neunjährigen bis zum Hals, als sie im tschechischen Liberec mit ihrer Formation die „Cheeky Moves“ auf die Bühne muss. Es ist nicht irgendein Auftritt. Diesmal geht es um die absolute Spitze des gesamten Tanz-Erdballes.

Im Publikum sitzen ihre Eltern und ihr Bruder. Alle emotional aufgelöst. „Da bekommt man schon schnell Pipi in den Augen, weil alle so mitfiebern. Und es ging ja immerhin um den Weltmeistertitel“, sagt Gordon Klatt. Als stolzer Papa ist er zu den Wettkämpfen immer mit der ganzen Familie unterwegs und begleitet die kleine Tänzerin auf den großen Fahrten. Als feststeht, dass die Schweriner Truppe mit Johanna gewonnen hat, brechen alle Dämme. „Ich hatte keine Stimme mehr und die Tränen liefen“, erinnert sich Katharina Klatt, die Mama der Weltmeisterin aus Valluhn. In englischer Sprache wird verkündet, dass sich die Cheeky Moves den Titel gesichert haben und erst herrscht sogar etwas Verwirrung wegen der kleinen Sprachbarrieren. Doch dann die Erleichterung - sie haben es wirklich geschafft. Mehr als ein halbes Jahr wurde die Choreo aus sechs verschiedenen Hip-Hop-Songs einstudiert. Fast vier Minuten muss jeder Schritt der 18 Mädchen und dem einen Exoten im Team - ein Junge tanzt mit - sitzen. Auf den Punkt konzentriert, mit großer Ausstrahlung und nahezu synchron bewegen sich alle Tänzer und jagen ihrem Traum nach. Das Ergebnis: dieser Triumph, der die kleine Johanna Maxima später auch an der Schule zu einem kleinen Star macht.

Schulverband spricht großes Lob aus

„Wir haben uns natürlich immer live berichten lassen und aus der Ferne mitgefiebert“, sagt Lehrerin Heike Kullak, die nach der Ankunft der Tanzkönigin in der Schule einen Empfang vorbereitet hat. „Da standen auch meine Kollegen im Lehrerzimmer und hatten Tränen in den Augen. Wir sind nämlich auch sehr emotional. Sensationell, was die Kleine geleistet hat“, so Kullak. Und großes Lob gibt es nicht nur von den Lehrern, sondern direkt auch vom Vorsitzenden des Schulverbandes. „Diese Nachricht hat bei uns Jubel ausgelöst. Eine Weltmeisterin hat man ja nicht alle Tage. Meine herzlichsten Glückwünsche an Johanna und natürlich auch ihre Eltern“, sagt Klaus Draeger, der als Zarrentiner Bürgermeister natürlich ebenfalls stolz ist, so ein Mädchen in der hiesigen Schule zu haben.

„Doch mein Dank und meine Anerkennung geht auch an die Lehrer unserer Schule. Immer wieder schaffen sie es, tolle Athleten hervorzubringen. Das ist nicht selbstverständlich. Auch deshalb werden wir den Sport an der Lehreinrichtung immer wieder fördern. Materiell und finanziell“, so Draeger.

Einen Weltmeistertitel konnte man bisher weder in Zarrentin noch im kleinen Valluhn feiern. So verwunderte es auch nicht, dass es von den Lehrern neben all der Rührung natürlich auch ein kleines Geschenk gab. Der Kalender mit der Kinder-Schokolade freute Johanna sehr, auch wenn sie zugibt, froh gewesen zu sein, als sie wieder aus dem Lehrerzimmer heraus dufte. Viel wohler fühlt sie sich auf den Tanzflächen der Republik. Ob in Schwerin bei den Stadtmeisterschaften, bei den Norddeutschen Meisterschaften oder bei den Deutschen Meisterschaften wie zuletzt in Wesel. „Ich tanze einfach schon immer. Und auch die Reisen machen mir Spaß. Da wird viel Quatsch gemacht und wir lachen oft auf den Busfahrten.“

Titel sind der Lohn für Reisestrapazen

Bei den Reisestrapazen ist Auflockerung allerdings auch nötig. So dauerte die Tour zur WM nach Liberec vergleichsweise kurz. In sieben Stunden waren alle da. Als es vor Monaten nach Ludwigshafen ging, waren elf Stunden nötig. Strapazen und hoher finanzieller Aufwand, die  allerdings  auch  die Eltern gern in Kauf nehmen, wenn am Ende die kleinen Tänzer auf der Bühne um die Wette strahlen und ihren Lohn bekommen. Applaus und Titel. Jetzt sogar den immer noch unglaublichen WM-Titel.  Und so tanzt Johanna weiter jeden Tag bis ins Bett und morgens wieder heraus.

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