zur Navigation springen
Hagenower Kreisblatt

22. Oktober 2017 | 04:33 Uhr

Scharbow : Eine Frau im Kehrbezirk

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Anne Quente arbeitet als Schornsteinfegerin bei Meister Rüdiger Fischer in Scharbow. Junge Frau absolviert gegenwärtig Meisterschule

von
erstellt am 01.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Eine Frau erobert eine Männerdomäne. Anne Quente ist von Beruf Schornsteinfegerin. Jetzt ist sie dabei, ihren Meisterbrief abzulegen. Im November 2018 soll es soweit sein. Sie ist die einzige Schornsteinfegerin hier in der Region.

Die 31-Jährige arbeitet im Betrieb von Schornsteinfegermeister Rüdiger Fischer, der Sitz der Firma ist in Scharbow. Rüdiger Fischer, seit 1986 Meister, ist seit 2003 im Bereich Hagenow. Er kümmert sich zusammen mit Anne Quente insgesamt um rund 2300 Liegenschaften im Bereich Hagenow sowie in den Gemeinden des Amtes Hagenow Land. Der Schornsteinfegermeister ist für hoheitliche Aufgaben in seinem Kehrbezirk verantwortlich. Das sind u.a. die Abnahmen von Feuerstätten und die regelmäßige Feuerstättenschau. Für alle anderen Aufgaben, wie Kehren und Messen, darf der Hauseigentümer einen Schornsteinfegermeister frei wählen. So hat es der Gesetzgeber geregelt.


Im Jahr 2012 als Gesellin begonnen


„Als für mich feststand, dass mein damaliger Geselle in seine Selbstständigkeit gehen will, habe ich mich umgeschaut und zunächst keinen potenziellen Gesellen gefunden. Als ich rein zufällig dann mit der Mutter von Anne Quente sprach, sagte sie mir, dass ihre Tochter wieder gern zurück kommen würde. Sie arbeitete zu dieser Zeit als Schornsteinfegerin in Anklam“, erzählt Rüdiger Fischer. Und so ergab es sich, dass die Schornsteinfegerin im Mai 2012 im Kehrbezirk von Rüdiger Fischer als Gesellin anfing zu arbeiten, fast zeitgleich mit dem Weggang des Altgesellen. Anne Quente hat im Jahre 2002 mit der Ausbildung zur Schornsteinfegerin begonnen, wurde 2005 fertig und zog zunächst in die Welt hinaus. Zu erst nach Baden Württemberg, dann nach Anklam in Vorpommern, wo sie sechs Jahre arbeitete.

Wie ist Anne Quente eigentlich dazu gekommen, eine Ausbildung zur Schornsteinfegerin zu beginnen? „Als Jugendliche wusste ich nicht so recht, welchen Beruf ich ergreifen soll. Meine Familie kannte Schornsteinfegermeister Frank von Mohrstein, und meine Mutter brachte mich darauf, doch mal darüber nachzudenken, Schornsteinfegerin zu werden. Nach einem Praktikum, das mir zusagte, begann ich dann mit der Ausbildung“, erinnert sich die junge Frau, die mittlerweile elf Jahre im Beruf tätig ist. „Der Beruf ist schon außergewöhnlich. Den ganzen Tag im Büro sitzen könnte ich nicht. Und mit den Hausbesitzern und Mietern kommen wir gut klar. Außerdem stimmen die Arbeitszeiten“, macht Anne Quente auf die Vorteile des Berufes aufmerksam.

„Das Highlight ist für mich, dass sie ihre Meisterschule macht“, freut sich ihr Chef Rüdiger Fischer. Jetzt mit Familie, mit zwei Kindern (drei und sechs Jahre) und dem eigenen Haus in Gammelin, hält Anne Quente die Zeit für gekommen, den Meisterabschluss zu machen. Ihr Mann unterstützt sie dabei und hält ihr den Rücken frei, wie sie sagt. Im nächsten Jahr im November soll der Abschluss geschafft sein. So wie Meister Rüdiger Fischer die Situation sieht, sei bei der Meisterqualifikation seiner Gesellin alles im guten grünen Bereich. Ab August bildet Meister Fischer auch wieder aus, Jonas Kruszona beginnt bei ihm seine Lehre.

Auch wenn die Arbeit als Schornsteinfegerin zuweilen schwer ist, wenn sie beispielsweise eine Räucherkammer reinigen muss, so fühlt sich Anne Quente dabei gut in ihrem Beruf aufgehoben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen