Holzkrug : Eine fast geplatzte Preisübergabe

Der Maler und Grafiker Helmut Meyer aus Holzkrug ist Träger des diesjährigen Ludwig-Reinhard-Kulturpreises des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Er sei ein herausragender Förderer der Schaalseeregion, so die Nominierung.  Fotos: Thorsten Meier
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Der Maler und Grafiker Helmut Meyer aus Holzkrug ist Träger des diesjährigen Ludwig-Reinhard-Kulturpreises des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Er sei ein herausragender Förderer der Schaalseeregion, so die Nominierung. Fotos: Thorsten Meier

Helmut Meyer aus Holzkrug ist diesjähriger Kulturpreisträger des Landkreises/ Eigentlich wollte der 81-Jährige wegen Urlaubs absagen

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10. Dezember 2014, 16:41 Uhr

Holzkrug „Fast wäre nichts draus geworden, wir waren nämlich zu dieser Zeit gerade im Urlaub“, erinnert sich Helmut  Meyer an die Tage, Anfang November. „Weil ich zur Verleihung des Ludwig-Reinhard-Kulturpreises des Landkreises Ludwigslust-Parchim  jedoch eine Einladung hatte, wollte ich wenigstens absagen. Daraufhin wurde es am anderen Ende des Telefons ziemlich hektisch und man gab mir zu verstehen, dass es wirklich gut wäre, wenn ich unbedingt teilnehmen könne. Da habe ich schon was geahnt. Als ich dann aber am 5. November tatsächlich aufgerufen wurde, war ich dennoch sehr überrascht und natürlich mächtig stolz“, gesteht der 81-Jährige. Vorgeschlagen worden war der Maler und Grafiker von Georg Meyer-Rienecker, einem  ehemaligen Kunsterzieher und Deutschlehrer aus Wittenburg.  Er sei  ein herausragender Förderer der Schaalseeregion, hieß es in der Nominierung.

„Dieser Preis ist für mich sehr wichtig. Er ist die Anerkennung für mein Lebenswerk“, gesteht der rüstige Senior weiter im SVZ-Gespräch. Er  habe immer für Mecklenburg gewirkt, betont der  1933 als Lehrersohn in Pamprin bei Zarrentin Geborene.

1953 begann Meyer ein Architekturstudium in Dresden. Wegen „beruflicher Einschränkungen und fehlender Reisefreiheit“ verließ er drei Jahre später  die damalige DDR und schloss sein Studium in Karlsruhe ab. Dort arbeitete er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1995 als Architekt, Lehrer an einer Gewerbeschule und Leiter einer Berufsschule für Grafikdesigner und Drucker. 1995  siedelte er zurück  in seine alte Heimat nach Holzkrug und begann mit Feder sowie  Tusche, Bleistift oder Pastell vor Ort Landschaft, Architektur, Städte und Dörfer zu zeichnen. „Ich bin in meinem Herzen immer Mecklenburger geblieben. Meine Frau und ich  waren auch jedes Jahr zu Besuch in der alten Heimat. 1981 habe ich  beispielsweise in Mainz einen Mecklenburg-Kulturkreis gegründet.“

Seit 2005 hat Meyer  mehr als 100 Titelbilder mit Motiven aus dem 350 Quadratkilometer großen Zarrentiner Amtsbereich für den Kommunalanzeiger und darüber hinaus  Serien mit Ansichtskarten veröffentlicht. Seine Bilder entstehen  draußen vor Ort. Als eine  Zeichnung mit der Feder und mit wasserfester Tusche. Nur bei ganz komplizierten Objekten müsse es  mitunter  eine Vorzeichnung mit Bleistift sein, um noch korrigieren zu können, erklärt Meyer.

„Nach dem Zeichnen aquarelliere ich  draußen weiter, meistens aber nicht bis zum fertigen Bild, da diese Technik  viel Trockenzeit zwischendurch  erfordert und sehr wetterabhängig ist“, berichtet Meyer gegenüber der Redaktion.  Seine Galerie in Holzkrug zeigt er Besuchern nach telefonischer Anmeldung unter  03 88 51- 81576.

Meyer zeichnet  seit seinem zehnten Lebensjahr. Als er mit dem Abzeichnen von Vögeln beginnt, ist er sieben Jahre alt. Das Malen liegt ein bisschen in seiner Familie. Der Vater war Lehrer, bei den „Wandervögeln“ organisiert und oft unterwegs.

„Später hat er mir seine Skizzen gezeigt, die mich begeistert haben. Ich wollte immer Schönes festhalten, um andere daran teilhaben zu lassen“, erinnert sich Meyer an seine  Anfänge. Alte Bauernhäuser seien auch heute noch sein bevorzugtes Steckenpferd. Meyer hat auch einen Literaturzirkel gegründet, ist im NABU und BUND organisiert. „Ich fühle mich wieder voll und ganz als hier ansässiger Mecklenburger.

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