Wittenburg : Eine berufsbedingte Viel-Leserin

Für Franziska Behnke aus Wittenburg gehört das Lesen zu einem guten Lebensgefühl.
Für Franziska Behnke aus Wittenburg gehört das Lesen zu einem guten Lebensgefühl.

Franziska Behnke aus Wittenburg möchte gern noch weitere Sprachen können und mit dem Rucksack durch Indien fahren

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16. Januar 2016, 12:00 Uhr

Franziska Behnke ist eine berufsbedingte Viel-Leserin. Das Lesen von gleichzeitig mehreren Büchern gehört für sie zum guten Lebensgefühl. Die 33-jährige Wittenburgerin ist nach ihrem Studium in Rostock und Kiel wieder zurück zu ihren Wurzeln nach Wittenburg gekommen. Seit August des vergangenen Jahres betreibt sie zusammen mit ihrer Mutter Kirsten Behnke die Wittenburger Buchhandlung „Buch und Leben“ in der Großen Straße. Eigentlich wollte sie Lehrerin werden, doch das zog sich und dann ergab sich die Möglichkeit, mit der Mutter zusammen ein Geschäft zu eröffnen. Beide griffen zu. Zu Büchern hat sie seit langem eine enge Beziehung, besitzt zu Hause eine eigene Bibliothek mit mehr als 500 Büchern. Zum intensiven Lesen als größtes Hobby gesellen sich bei ihr das Kochen und Backen, das Klettern und Wellenreiten, das Fotografieren und Zeichnen. Und dann ist da auch noch ihr Hund, der seine Zeit mit Frauchen fordert. Die Berufs-Leserin beantwortet Dieter Hirschmann von der SVZ die Fragen zum Wochenende.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Immer tapfer sein, wenn man hinfällt, Knie abputzen und wieder weiter machen.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Am Schönsten ist es für mich, wenn ich mit meinem Hund am Wall im Bereich des Amtsberges spazieren gehe und wenn er in den Wiesen toben kann.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Das war sogar im Geschäft meiner Mutter. Während der Schulzeit habe ich immer Mittwochnachmittag und meistens auch sonnabends im damaligen ,Kibitz’ gearbeitet und so mein erstes Taschengeld verdient.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Für Pinsel und Stifte zum Zeichnen.
Wo findet man Sie am ehesten?
Tagsüber im Geschäft in Wittenburg in der Großen Straße 38. Hier haben wir immer gut zu tun.
Was stört Sie an anderen?
Intoleranz, Dummheit und Jammern. Ich finde es immer wichtig, bevor man sich eine Meinung bildet, sollte man sich immer vorher informieren und alles erst einmal hinterfragen.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Ich finde, dass das Wort Held immer so sehr pathetisch klingt. Ich bevorzuge da eher das Wort Vorbild. Ich bewundere zum Beispiel sehr Martin Luther King für seine Arbeit, die er während der Apartheit geleistet hat, und die bis heute hoffentlich noch nachwirkt. Und dann ist da natürlich meine Familie, die mich sehr beeinflusst hat, und mich zu dem gemacht hat was ist jetzt bin.
Was würden Sie gern noch können?
Ich würde mindestens noch vier andere Sprachen können, und richtig gut fotografieren. Es bietet sich zum Beispiel Arabisch an, und ich würde gern Französisch besser können.
Was bedeutet Ihnen persönliches Glück?
Zufriedenheit und Gesundheit. Dass meine Familie und ich gesund bleiben, und dass man das Gefühl von Zufriedenheit erlangt, was scheinbar sehr schwierig ist.
Wen würden Sie gern einmal treffen?
Getroffen haben: Ich hätte unheimlich gern Pablo Picasso getroffen, weil er eine sehr interessante Persönlichkeit war. Ich hätte gern Edgar Allan Poe getroffen, weil ich ein großer Fan von seinen Büchern bin, und ich hätte gern gesehen, wie er persönlich ist. Und dann möchte ich unbedingt den Dalai Lama treffen.
Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Ziegenkäse, Milch, Senf und Tomaten.
Wenn Sie kochen oder essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?
Ich bevorzuge die vegetarische Küche, und ich liebe indisches Essen.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich lese nicht nur ein Buch. Zehn Bücher sind bei mir immer auf meinem Stapel, auf dem Nachttisch, unter dem Nachttisch und daneben habe ich einen Korb. So lese ich beispielsweise die „Unsichtbare Bibliothek“ von Genevieve Cogman – es ist übrigens ihr Erstlingswerk – das Buch ist sehr spannend, kann ich empfehlen. Ich lese zudem mehrere Bücher parallel, das ist wichtig für mich, wenn Kunden nach speziellen Titeln fragen, bin ich vorbereitet.
Worauf könnten Sie niemals verzichten?
Auf meine Familie, meinen Lebensgefährten und meinen Hund. Und auf Kaffee, der mich morgens aufputscht.
Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?
Ich möchte gern mal mit einem Rucksack durch Indien touren und von dort aus nach Neuseeland zum Wellenreiten.
Können Sie sich mit nur einem Wort beschreiben?
Ich bin sehr komplex.
Wo ist für Sie Heimat?
Das ist für mich total schwierig zu beschreiben. Dort, wo meine Freunde und ein Teil meiner Familie sind.
Wenn Sie drei Wünsche frei hätten?
1. Dass meine Familie immer gesund bleibt.
2. Dass unser Geschäft weiter so gut läuft.
3. Frieden und Verständnis in der Welt.
Verraten Sie uns, was kaum jemand über Sie weiß?
Ich bin zwei Mal durch meine Latein-Prüfung gefallen, und hab es dann geschafft. Alle guten Dinge sind eben Drei.
Wem sollen wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Ingrid Hoyer, Seelsorgerin, sie arbeitet für die evangelische Kirche als Pädagogin.

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