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Netzausbau auf Höchstspannungsebene : Ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk

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Kommunen, durch die neue Freileitungen geführt werden, tragen besondere Lasten für das Gelingen der Energiewende. Dafür erhalten sie jetzt einen Ausgleich. Für die Gemeinden ist das wie ein Weihnachtsgeschenk.

svz.de von
erstellt am 13.Dez.2012 | 06:26 Uhr

Wittenburg | Kommunen, durch die neue Trassen von Freileitungen geführt werden, tragen für die Allgemeinheit besondere Lasten für das Gelingen der Energiewende. So die offizielle Regelung. Etwa durch die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Dafür erhalten sie jetzt z. B. von der Firma "50Hertz Transmission GmbH" einen finanziellen Ausgleich. Für die Gemeinden ist dieses Geld mit keinerlei Verpflichtungen verbunden, aber auch so etwas wie ein unverhofftes Weihnachtsgeschenk.

Wittenburgs Bürgermeister Norbert Hebinck informierte auf der jüngsten Stadtvertretung die Mandatsträger über diese Ausgleichszahlungen, die dazu dienen, mögliche Beeinträchtigungen durch die 380 kV-Leitung pauschal abzugelten und so die Akzeptanz für den Leitungsneubau bei den Bewohnern des Gemeindegebietes zu erhöhen. Es geht um 179 458 Euro.

"Voraussetzung für die Überweisung ist, dass die Stadt Wittenburg der 50Hertz Transmission GmbH bis spätestens zum 17. Dezember die Zustimmung der Stadtvertretung zu der Ausgleichszahlung vorlegt sowie die rechtliche Unbedenklichkeit durch die Kommunalaufsicht ausgesprochen wird", erklärte Hebinck. Die Kommunalaufsicht habe bereits am 29. November telefonisch mitgeteilt, dass sie die Unbedenklichkeit bescheiden werde.

"Für uns ist das vor allem eine Zahlung, mit der wir nicht gerechnet haben. Sozusagen ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk", sagte der Stadtobere gegenüber der SVZ. Die Stadtvertreter sehen dies offensichtlich genauso. Sie entschieden sich einstimmig für die Annahme dieses Geldes. Denn gemäß der Kommunalverfassung des Landes Mecklenburg-Vorpommern müssen sie sich dazu klar positionieren. "Wir werden dieses Geld mit dazu verwenden, um unseren Haushalt im nächsten Jahr ausgeglichen verabschieden zu können", betonte Bürgermeister Hebinck gegenüber unserer Redaktion nach der Abstimmung. Die Gemeinde Wittendörp hat übrigens rund 192 300 Euro angeboten bekommen und hat gestern Abend über die Annahme abgestimmt.

Am Dienstag kommender Woche, 18. Dezember, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel in Schwerin-Görries im Umspannwerk feierlich aufs Knöpfchen drücken, damit der Strom von dort nach Hamburg-Krümmel fließen kann. Damit wird eines der größten Investitionsvorhaben nach jahrelanger Verzögerung abgeschlossen.

Aufgaben von 50Hertz

50Hertz sorgt für Betrieb, Instandhaltung, Planung und Ausbau des 380/220-Kilovolt-Übertragungsnetzes im Norden und Osten Deutschlands. Ihr Netz erstreckt sich über eine Fläche von 109360 Quadratkilometern und hat eine Länge von rund 9840 Kilometern, das entspricht etwa der Strecke Berlin-Rio de Janeiro. Es sichert die Netzintegration von etwa der Hälfte aller in Deutschland installierten Windkraftleistung. Die Firma sorgt für sichere Stromversorgung für mehr als 18 Millionen Menschen – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr.

Kernaufgabe ist es, das Verhältnis von Frequenz und Spannung innerhalb der zulässigen Toleranzen stabil zu halten. 700 Mitarbeiter bei 50Hertz sorgen für die stete Verfügbarkeit des Stroms, den kostengünstigen Stromtransport in die Verbrauchszentren und die vollständige Aufnahme erneuerbaren Stroms.
50Hertz ist als Übertragungsnetzbetreiber an der Strombörse EPEX aktiv und erhöht damit maßgeblich die Liquidität des Strommarktes.

Quelle: 50Hertz

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