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Neu Darchau/Preten : Ein tödliches Drama auf der Elbe?

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

27-jähriger Mann aus Südkorea kommt beim Baden im Fluss offenbar ums Leben

Am Sonntagmorgen bekommen Siegbert und Angela Helle eine Nachricht von Fährmann Frank Stoll von der Fähre „Tanja“, dass Rettungskräfte seit Sonnabendnachmittag in der Elbe einen 27-jährigen Koreaner suchen. Mit drei anderen habe er bei Schutschur in der Elbe gebadet und sei offenbar ertrunken.

Die beiden sind sofort sehr beunruhigt. Noch vor einer Woche haben sie einen jungen Mann aus Korea beherbergt. Hongjun ist ihnen als „workawayer“ (internationaler freiwilligen Dienst: junge Leute reisen durch die Welt und helfen ihren Gastgebern gegen Kost und Logis) auf ihrem Grundstück zwei Wochen lang zur Hand gegangen.

Gegen 11 Uhr haben die Helles Gewissheit

Dann hat  Siegbert Helle ihn zur Fähre in Neu Darchau gebracht, weil er weiter nach Sammatz (einem Ortsteil von Neu Darchau) wollte und stellte dem Fährmann  den jungen Mann kurz vor. Gegen elf Uhr ist  es für das Ehepaar aus Preten traurige Gewissheit. Der Vermisste, nachdem auch am gestrigen Sonntag weiter gesucht wird, ist Hongjun. Angela Helle hat die Ungewissheit nicht mehr ausgehalten und endlich eine Telefonnummer der Dorf- und Lebensgemeinschaft Sammatz herausgefunden. Sie fragt ihr Gegenüber am Telefon ganz direkt, ob es sich bei dem Vermissten um Hongjun handelt,  und bekommt die schreckliche Bestätigung.

Die Rettungskräfte suchen seit Sonnabendnachmittag nach dem Vermissten. Die Rettungsleitstelle wird  gegen 15.15  Uhr alarmiert, die Feuerwehr aus Hitzacker und Einsatzkräfte der Polizei rücken sofort nach Neu Darchau aus und beginnen mit der Suche. Aus Uelzen wird ein Rettungshubschrauber angefordert, der  die Elbeufer südlich von Schutschur überfliegt. Gegen 16 Uhr werden auch die beiden Feuerwehren  aus Neuhaus und Kaarßen alarmiert, die sich mit ihren Booten ebenfalls an der Suche beteiligen.

„Insgesamt sind acht Boote auf der Elbe, drei aus dem Nachbarlandkreis Lüneburg und fünf aus unserem Landkreis“, so Einsatzleiter Klaus-Dieter Koslowsky am Sonnabendnachmittag in Neu Darchau. Rettungskräfte suchen auch von  beiden Ufern aus die Buhnenfelder ab. Die Feuerwehren sind mit 88 Helfern vor Ort, hinzu kommen Rettungsdienst und ein Notfallseelsorger,   der sich um die drei anderen Personen kümmert. Die Maßnahmen werden bis zum Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt, nachdem am frühen Abend auch noch Taucher den Bereich, in dem die jungen Leute in die Elbe gegangen sind, abgesucht haben. Am Sonntag wird weiter nach dem Vermissten gesucht, unter anderem auch mit Suchhunden und wieder mit Feuerwehrtauchern.

Angela und Siegbert Helle sind fassungslos. Sie nehmen über die Sommermonate meist junge Leute von „Workaway“ bei sich auf. „Hongjun kam aus Seoul und hatte vorher ein halbes Jahr bei einer südkoreanischen Firma in Frankfurt gearbeitet und nun wollte er Deutschland  kennen lernen. Er war im Gegensatz zu anderen jungen Leuten aus Asien, die wir hier hatten,  sehr aufgeschlossen und wollte alles kennen lernen.“ Angela Helle hat der Polizei in Lüchow-Dannenberg die Kontaktdaten der Eltern gegeben und mag sich nicht vorstellen, wie sie die traurige Nachricht in der Hauptstadt Südkoreas aufnehmen werden.

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erstellt am 08.Mai.2016 | 10:40 Uhr

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