Gutes von hier : Ein Team für Immissionsschutz

Auf ihrem Gebiet hochqualifiziert: die Mitarbeiter von ECO-CERT in Karow.
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Auf ihrem Gebiet hochqualifiziert: die Mitarbeiter von ECO-CERT in Karow.

Die Firma ECO-CERT in Karow ist auf Genehmigungsverfahren im Umwelt- und Immissionsschutz spezialisiert

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31. August 2015, 08:00 Uhr

Sie würden qualmen, lärmen, stinken, belastetes Wasser ausspülen – Anlagen aus Landwirtschaft, Industrie und Entsorgungswirtschaft erzeugen grundsätzlich Emissionen. Dringen diese vor in Luft, Gewässer, Erde oder menschliche Siedlungen, spricht man von Immissionen. Diese auf ein bestimmtes Maß zu reduzieren, ist der Sinn nationaler und europäischer Immissionsschutzgesetze. Sie sehen komplizierte Genehmigungsverfahren und folgend häufig Kontrollen vor. In diesem Spannungsfeld zwischen industriellen „Nebenwirkungen“ und gesetzlichen Schutzmaßnahmen arbeitet die Firma ECO-CERT mit drei Niederlassungen in Mecklenburg-Vorpommern, eine davon hat ihren Sitz ein wenig außerhalb von Karow bei Goldberg. ECO-CERT ist das größte auf Genehmigungsverfahren im Umwelt– und Immissionsschutz spezialisierte Ingenieurbüro in Mecklenburg-Vorpommern. Dennoch hat sich die hiesige Abteilung bescheiden aufs Land zurückgezogen: Ein paar hundert Meter hinter Karow zeigt ein unauffälliges Schild den Ort Teerofen an. Hier findet man das Anwesen von ECO-CERT und nicht wesentlich viel mehr, außer Natur und noch einmal Natur. „Das waren einmal Ferienwohnungen“, erklärt Dr. Anja Ober-Sundermeier, Bauingenieurin und zu den fünf Partnern der hiesigen Sozietät zählend, und deutet auf den lang gezogenen Bürotrakt, bestückt mit Photovoltaikanlage, auf der Rückseite des Areals. Allenfalls der sehr gepflegte, kurz geschorene Rasen und das Firmenschild natürlich deuten darauf hin, dass man sich auf Firmengelände befindet. „Prognosen, Planung und Beratung zum technischen Umweltschutz“ verrät dieses Schild unterhalb der Zeile des Firmennamens. „Zwei Standbeine haben wir im Wesentlichen“, erläutert Dr. Hannes Kremp, Maschinenbauingenieur und ein weiterer Partner der Sozietät in Karow. „Die beiden Standbeine sind die gutachterliche Tätigkeit und die Planung und Begleitung von Genehmigungsverfahren.“

Und in Mecklenburg-Vorpommern, fügt der staatlich vereidigte Gutachter hinzu, gebe es tatsächlich „eine große Anzahl von Auftraggebern für uns.“ Eine wirtschaftliche Notwendigkeit, bedenkt man, dass außer den fünf Partnern noch elf weitere Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt sind.

Angesichts des Standorts Mecklenburg-Vorpommern liegt die Annahme nahe, dass ECO-CERT auch für die Landwirtschaft arbeitet. „Zu vierzig Prozent“, bestätigt Ober-Sundermeier, „stammen unsere Aufträge aus der Landwirtschaft.“ Häufig hat die Firma die Genehmigung von Biogasanlagen begleitet. Häufiger noch haben die Mitarbeiter mit großen konventionellen Tierhaltungsanlagen zu tun, erstellen Immissionsprognosen beziehungsweise Gutachten.

Ein weiteres Aufgabenfeld der Firma betrifft die Auswirkungen von Bautätigkeit. Die Umweltgesetze zum Schutz von Fauna, Flora und herausragenden geologischen Besonderheiten, wie etwa den eiszeitlichen Binnendünen Mecklenburgs, führen bei Bebauungsplänen zu „hoher Aufmerksamkeit“ des Gesetzgebers. „Diese Pläne werden sehr beleuchtet“, sagt Kremp. Der „erheblichen Prüftiefe“ kommt bei ECO-CERT ein Biologe nach, der das fragliche Gebiet kartiert. Brutvögel, Pflanzen, Amphibien, Geotope – der Naturbestand wird penibel gemessen und verzeichnet.

Es versteht sich, dass Immissionsschutzgesetze im höchsten Maß aber Industrie und Abfallwirtschaft, einem weiteren Gebiet, auf dem ECO-CERT tätig ist, betreffen. Abluft- und Abwasserreinigung, saubere Lagerung – hier ist technischer Umweltschutz besonders gefragt und es leuchtet ein, warum die hochqualifizierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Unternehmens zum größten Teil Ingenieure sind. Als ein klassisches Beispiel für das Wirken von ECO-CERT im industriellen Bereich nennt Hannes Kremp die seit Jahren bestehende „Begleitung des Lübzer Mineralwollewerks in Sachen Genehmigungen“.

Wer in diese Firma hineinschnuppert, entwickelt zwangsläufig eine verwirrende Ahnung von der Komplexität der hier anstehenden Aufgaben. Das sympathische Team muss neben profundem technischen Wissen auch umfassende Gesetzeskenntnisse besitzen. „Eigentlich gibt es kaum entsprechende Fachrichtungen an den Unis, die unsere Arbeitsgebiete komplett abdecken“, bemerkt Anja Ober-Sundermeier. Eine der wenigen Ausnahmen ist allenfalls der Studiengang „Landeskultur und Umweltschutz“, den Christiane Zimmermann, ebenfalls Partnerin im Unternehmen, an der Uni Rostock abgeschlossen hat. Auf eine ganz andere Tatsache weist Kremp abschließend noch hin: „Das Unternehmen beschäftigt je zur Hälfte Männer und Frauen.“ Das ist angesichts des technischen Schwerpunkts des Betriebs sehr bemerkenswert.

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