Moraas : Ein neues Heim für die Technik

Grau, klein, marode: Der Tüv hat der Gemeinde die Sperrung des alten Nebengebäudes auf dem Gemeindehof angedroht.
Grau, klein, marode: Der Tüv hat der Gemeinde die Sperrung des alten Nebengebäudes auf dem Gemeindehof angedroht.

Grundsatzbeschluss der Gemeinde: Modernes Gebäude soll gebaut werden. Kosten werden auf 450 000 Euro geschätzt

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30. Juli 2018, 05:00 Uhr

Ein Schmuckstück ist es nicht. Zu klein ist es ohnehin. Und auch das Innenleben hat schon bessere Zeiten erlebt. Kurzum: Das Nebengebäude auf dem Gemeindehof in Moraas, ein Überbleibsel feinster DDR-Architektonik, bereitet Bürgermeister Dieter Quast schon länger Kopfzerbrechen. Zu allem Überfluss hat der Tüv nun auch noch Konsequenzen angekündigt, sollte sich nicht etwas ändern. „Er hat uns die Sperrung des Gebäudes angedroht“, berichtet Dieter Quast. „Es entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.“ Die Mängelliste sei lang. Unter anderem sei keine Heizung eingebaut, die Elektrik marode, Fenster sowie Türen seien veraltet und die Wärmedämmung entspräche nicht dem neuesten Standard.

Nun wäre es müßig darüber zu diskutieren, ob ein Gebäude, das hauptsächlich als Unterstellmöglichkeit für die gemeindeeigene Technik und als Werkstatt für den Gemeindearbeiter dient, unbedingt dem neuesten Standard entsprechen muss. Fakt ist, es gibt dafür Vorschriften, die eingehalten werden müssen. Zudem kommt im konkreten Fall hinzu, dass das alte Gebäude viel zu klein ist. So kommt ein großer Teil der technischen Geräte zurzeit im Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Moraas unter, „der wir irgendwann auch die zweite Fahrzeughalle zurückgeben müssen“, wie Dieter Quast bekräftigt.

Auf ihrer jüngsten Sitzung hatten die Gemeindevertreter deshalb zu beschließen, ob sie grundsätzlich etwas an der Situation ändern wollen. „Es ist ein Grundsatzbeschluss. Das heißt, dass wir zustimmen, etwas Neues zu errichten“, erklärt der Bürgermeister. Es sei also nur eine Absichtserklärung und noch keine genaue Festlegung darauf, wann und was gebaut werde.

Dennoch hat Dieter Quast sich schon einmal erkundigt und erste Vorstellungen vom neuen Nebengebäude. „Es müsste gut 20 mal acht Meter groß sein, damit genug Platz für die Fahrzeuge und Technik ist.“ Und dann der Schock für die Gemeindevertreter: „Die Baukosten werden geschätzt bei 450 000 Euro liegen.“ Abzüglich der maximalen Förderung bliebe für die Gemeinde ein Eigenanteil von fast 160 000 Euro übrig.

Angesichts dieser hohen Summe fiel es den Gemeindevertretern sichtlich schwer, sich zu dem Neubau zu bekennen. „Ein Schuppen für 400 000 Euro ist jawohl lächerlich“, so der Kommentar von Heiko Rennhak. Und auch Petra Gellenthin konnte sich nicht mit den Baukosten arrangieren, und so lautete ihre Entscheidung, wie die der anderen auch: Neubau ja, aber „wir beschließen nicht, dass wir mit 400 000 Euro einverstanden sind.“

Die Tage des alten Nebengebäudes sind damit gezählt. Es soll abgerissen werden. Der Bau des neuen Technikhauses auf dem hinteren Teil des Hofes wird die Gemeindevertretung sicherlich noch öfter beschäftigen. „Wir werden versuchen, die Kosten zu reduzieren“, fasste der Bürgermeister zusammen. Dennoch soll offenbar etwas Vernünftiges dabei herausspringen. „Wir werden nicht mit einer Übergangslösung anfangen“, so Dieter Quast.

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