Pogreß : Ein Neuer für die Garage

Der Alte muss raus: Matthias Heckmann im Zwölftonner, dem LF 16.
Foto:
Der Alte muss raus: Matthias Heckmann im Zwölftonner, dem LF 16.

Feuerwehrkameraden steigen um: Der alte W50 geht in Rente. Jetzt kommt ein kleinerer Mercedes, den beinahe jeder fahren darf

svz.de von
04. Januar 2018, 05:00 Uhr

Jetzt ging alles ganz schnell. Die Feuerwehr in Pogreß hat ein neues Löschfahrzeug. Neu ist in diesem Fall nur zum Teil richtig. Denn der Mercedes, ein LF8, ist ein gebrauchtes Fahrzeug und kostete vergleichsweise nur sehr schlanke 5500 Euro. Eine Anschaffung, die von der Wittendörper Gemeindevertretung einstimmig beschlossen werden konnte. Denn auf der anderen Seite steht als Gegenfinanzierung der Verkauf des alten LF16. Der W50, der schon aus dem Jahr 1984 stammt, soll Liebhabern angeboten werden. „Das übernimmt das Amt Wittenburg für uns. Wir haben schon zwei alte Feuerwehrfahrzeuge auf diesem Weg veräußert. Die Autos werden dann entweder von Feuerwehrmuseen erworben oder von so genannten Ostalgikern“, sagt Matthias Heckmann, der ehemalige Wehrführer von Pogreß, der maßgeblich daran beteiligt war, das „neue“ Fahrzeug zu erwerben.

Er war es nämlich, der ganz zufällig auf den Mercedes stieß. „Ich arbeite in Schwarzenbek bei der Stadt und ein ansässiger Platzwart erzählte mir, dass die Wehr im anliegenden Müssen ein nagelneues Auto bekommen hat und das Alte loswerden wollte. Das musste ich mir natürlich sofort ansehen“, so Heckmann. Gesagt, getan. Der Pogreßer sah ein Löschfahrzeug in fast tadellosem Zustand und informierte Gemeindevertreter Dirk Dieckmann, der die Idee mit in die Runde der Ratsmitglieder brachte. Als dann auch noch ein Gutachter bestätigte, dass bis auf ein, zwei Rostflecken ein technisch in bestem Zustand befindliches Auto winken könnte, war die Sache ins Rollen gekommen. Noch trifftiger jedoch war das Argument, dass den LF8 mit seinen nur noch sieben Tonnen beinahe jeder Kamerad der Feuerwehr fahren könne. Beim jetzigen Typ, dem W50, ist das noch anders. „Den Zwölftonner dürfen nur wenige von uns steuern, denn man benötigt eben einen Lkw-Führerschein. Wenn keiner von denen beim Einsatz dabei ist, muss die Technik stehen bleiben. Und das würde in Zukunft noch dramatischer werden, weil einige Kameraden über 50 Jahre die Fahrerlaubnis laut Gesetz neu machen müssten. Umso mehr Handlungsbedarf gab es“, sagt Heckmann. Faktoren, die auch die Gemeindevertreter um Bürgermeister Bernd Ankele zu ihrem klaren Votum bewegten.

„Wir wissen, dass auch andere Orte in unserer Gemeinde dringend bessere Fahrzeuge benötigen, aber hier wollten wir spontan handeln, weil einige Faktoren aufeinander trafen. Der gute Preis, der technische Zustand und der Umstand des bisher eingeschränkten Führens solcher Lkw bewogen uns zum Kauf. Allerdings sind wir anderswo nun auch dabei faire Lösungen anzustreben“, sagt der Bürgermeister.

Ein etwas bitterer Beigeschmack beim Kauf ist die Tatsache, dass das Auto mit dem gut ausgestatteten Aufsatz erstens noch nicht einsatzbereit ist, weil der Fahrzeugbrief der Gemeinde Müssen noch fehlt. Und zweitens wird wohl auch der Mercedes eher ein Garagenfahrzeug bleiben. Ganze drei Einsätze fuhr die Wehr aus Pogreß im Jahr 2017. Zum Brand in Karft, zum Räumen von Windbruch und zum Beseitigen von einer Ölspur.

Der Vorteil des Mercedes: „Er ist trocken, wir bekommen ihn ohne Zusatzaufwand durch den TÜV und bei einem Einsatz kann halt immer jemand ans Steuer“, so Matthias Heckmann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen