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Gregor Gysi in Lübtheen : Ein Linker stellt sich den Liberalen

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Diesjähriger Gast beim 26. Dreikönigstreffen des FDP-Ortsverbandes Lübtheen war Bundestagsabgeordneter Gregor Gysi

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erstellt am 08.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Der diesjährige Gast beim Dreikönigstreffen der FDP in Lübtheen sorgte bereits vorab für jede Menge Gesprächsstoff. War es doch kein Geringerer als der Bundestagsabgeordnete der Linken im Bundestag, Dr. Gregor Gysi, der vor den Liberalen auf ihrer traditionellen Veranstaltung im Januar reden sollte. „Wir sind nicht bei Jedermann auf Zustimmung gestoßen“, gestand Karl-Ludwig Beilfuß, Chef des FDP-Ortsverbandes Lübtheen. „Vor allem auch  in den eigenen Reihen.“ Der Vorstand habe darüber beraten, welchen Gast man in diesem Jahr einladen könnte, „und warum sollen wir nicht auch einmal mit politischen Gegnern ins Gespräch gehen“, fügte Beilfuß hinzu.

Der Saal am Freitagabend in  der Gaststätte „Zur Kutsche“  war jedenfalls bis auf den letzten Platz gefüllt.   Rund 90 Gäste waren auf die Diskussionsrunde gespannt. „Wir hätten  die Gästeliste heute auch verdoppeln können, es haben sich so viele angemeldet.“ Überraschend viele hätten sich dann doch für den Referenten interessiert, freut sich der Vorstand.

Doch bevor es in die offene Gesprächsrunde mit dem Linken-Politiker gehen sollte, hatten die Sternsinger ihren  Auftritt auf dem 26. Dreikönigstreffen in Lübtheen. An diesem Abend sammelten sie für die Spendenaktion „Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit.“ Insgesamt 643 Euro sind an Spenden zusammengekommen, so viel wie noch nie. Anschließend durfte auch das traditionelle Grünkohlessen nicht fehlen, bevor Moderator Frank Jehring das diesjährige Gesprächsthema eröffnete. Vor allem die Frage, wie Gysi  zur FDP stehe, stand an diesem Abend wohl ganz groß im Raum, auch im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl im September. „Jeder, der entschlossen ist, die FDP zu wählen, wählt die Linke nicht. Jeder, der entschlossen ist, die Linke zu wählen, wählt die FDP nicht. Deshalb tun wir uns nicht weh“, fasste der Bundestagsabgeordnete kurz und knapp zusammen. Wichtig  seien aber vor allem die Wähler, die erst gar nicht wählten  und dann zur AfD gegangen sind. Menschen müssten  Politik wieder verstehen. Politiker sollten unbedingt wieder lernen, die politische Sprache zu übersetzen, damit die Leute auch wissen, worum es geht. „Politik hat eine Sprache entwickelt, die unmöglich ist.“ Das müsse wieder geändert werden.

  Für  Überraschung sorgte an diesem Abend ein zweiter Ehrengast. Peter-Michael Diestel war ebenfalls der Einladung des Ortsverbandes gefolgt. Der  letzte Minister des Inneren der DDR im Kabinett von Lothar de Maizière ist ein alter Bekannter Gregor Gysis. Der Christdemokrat und der Linken-Politiker nutzten die Gelegenheit, von alten Zeiten zu berichten und die eine oder andere Anekdote preiszugeben, aber auch um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Und auf die Frage aus dem Publikum, welche Schlagzeile sie denn in 20 Jahren  gern lesen würden. Da waren sich beide einig: Dass es auf der Erde keinen Krieg mehr geben wird.

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