Yoga in Boizenburg : Ein Leben für die innere Ruhe

Ein Ort, von dessen Schönheit man sich am besten selbst überzeugt: Sat Hari Singh im Heiligtum seiner Academy in der alten Synagoge.
Ein Ort, von dessen Schönheit man sich am besten selbst überzeugt: Sat Hari Singh im Heiligtum seiner Academy in der alten Synagoge.

Sat Hari Singh – ein ehemaliger Lehrer, der sich ganz der Philosophie des Yoga verschrieben hat. Sein Seminar wird live im Internet übertragen.

svz.de von
11. März 2018, 05:00 Uhr

Erstaunliches ereignet sich hinter einigen Türen der Boizenburger Altstadt. So findet sich zum Beispiel auf dem Klingelschild der alten Synagoge in der Kleinen Wallstraße 7 die etwas ungewöhnliche Aufschrift „Guru Ram Das Aquarian Academy“. Und noch erstaunlicher ist die Person, die dahinter steht.

Es handelt sich hierbei um Sat Hari Singh. Einem Menschen, der sich ganz der Philosophie des Yoga verschrieben hat und der damit nicht nur ein Leben im Einklang mit sich selbst, sondern auch mit Erfolg führt. Hierbei überrascht der 68-Jährige sofort, wenn er sich mit einem unterhält. Für einen Betrachter aus dem mitteleuropäischen Kulturkreis typisch indisch gekleidet, spricht Sat Hari Singh akzentfrei Deutsch. „Das liegt daran, dass ich Deutscher bin. Ich wurde in Rostock geboren. Meine Eltern haben mich damals Klaus genannt“, so der Mann, der später als Klaus Stülpnagel mit seinen Eltern nach Hamburg gekommen ist. Singh merkt an: „Für mich definiert sich eine Kultur nicht durch das Aussehen oder die Kleidung, alleine die Sprache ist das verbindende Mittel.“ Seinen „anderen“ Namen hat er von seinem Yoga-Meister erhalten. „Sat bedeutet Wahrheit, Hari ist ein Teil von Gott und Singh heißt Löwe. Diesen Beinamen erhalten die meisten Männer“, erklärt der Yogalehrer. Bis ihn sein Lebensweg jedoch vollends zu dieser philosophischen Lehre geführt hat, arbeitete Stülpnagel als Lehrer an einer Schule. „Ich habe Deutsch und Geschichte unterrichtet, doch ich war nie so ganz zufrieden damit. In der damaligen Schule war es immer so ein Lernen müssen, ich wollte aber da Lehrer sein, wo Leute etwas freiwillig lernen möchten“, beschreibt der Yogalehrer den Grund für seinen Schritt aus dem öffentlichen Dienst hin zu einer Bewegung, die damals erst im Entstehen war. „Als ich damit richtig angefangen habe, vor gut 35 Jahren, gab es in Hamburg nur wenige Yogalehrer, heute sind es unzählige.“

Doch alleine beim Yoga lernen und lehren beließ es der aufgeschlossene Mann nicht. Neben der Suche nach innerer Ruhe, umfasst Yoga auch ernährungstechnische Aspekte. Im Zuge dieses Wissens stellte Singh mit ein paar Mitstreitern Tees zusammen, die heute in zahlreichen Einzelhandelsgeschäften unter dem Namen Yogi-Tee beliebt und berühmt sind. All dies bietet eigentlich eine Basis, auf der sich Singh hätte ausruhen können. Doch der Mann hat anderes im Sinn und will mit seiner Academy weiterhin dafür sorgen, dass der Aufwind, in dem sich Yoga befindet, anhält. Dass die Wahl dafür auf Boizenburg gefallen ist, liegt dabei zum einen an dem bereits etablierten Yogazentrum in der Baustraße. Durch dieses kam Sat Hari Singh zum ersten Mal in die Fliesenstadt und lernte auch die alte Synagoge lieben. Zum anderen ist Boizenburg mit seiner Inspiration für den 68-Jährigen ein ganz besonderer Ort. Diesen will er mit dem nun vollendeten Ausbau der Synagoge und den Veranstaltungen seiner Academy bereichern, indem er sogar daran denkt, seine Seminare live im Internet zu übertragen.

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