Wittenburg : Ein Herz für alte Mühlen zeigen

Lothar Wilken: „Solche Spendenmarken für wohltätige Zwecke gab es in den 1980er-Jahren u.a. in Schweden. Wir wollten diese alte Idee mit neuem Leben erfüllen.“ Fotos: Thorsten Meier
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Lothar Wilken: „Solche Spendenmarken für wohltätige Zwecke gab es in den 1980er-Jahren u.a. in Schweden. Wir wollten diese alte Idee mit neuem Leben erfüllen.“ Fotos: Thorsten Meier

Spendenmarke soll Zeugnisse der Technikgeschichte retten. Wittenburgs Wahrzeichen schmückt das kleine Klebepapier für 2016

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23. Januar 2016, 08:00 Uhr

Einst, vor 150 Jahren, galt allein Mecklenburg als das Land der 1000 Mühlen. So stand in fast jedem Dorf eine von ihnen, um Korn zu Mehl zu verarbeiten. Heute finden sich landesweit nur noch etwa 300 Zeugen dieser alten Technik- und Kulturgeschichte. Unter Denkmalschutz stehen gerade mal 90 von ihnen, die durch Wind und Wasser angetrieben werden. Hinzu kommen noch 30 weitere, die durch Dampf oder Motoren zum Leben erweckt werden können. Die ältesten Kraftmaschinen der Menschheit auch der Nachwelt zu bewahren, ist der 1990 gegründete gemeinnützige Mühlenverein MV angetreten. Und der geht seit Ende letzten Jahres mit der Herausgabe einer Spendenmarke neue Wege, um die historische Technik zu retten. Freunde und Förderer dieser Kulturdenkmale können so ein Herz für Mühlen beweisen und einen direkten Beitrag leisten, wie es gestern Lothar Wilken, der Vereinsvorsitzende, in Wittenburg betonte. Als Motiv der Marke dient die erst jüngst aufwändig restaurierte Erdholländermühle in Wittenburg, die auch gleichzeitig das weithin sichtbare Wahrzeichen der Motelstadt darstellt. Die Bildmotive werden jährlich neu von Künstlern des Landes geschaffen. Die Grafik für dieses Jahr stammt von Martina Kriedel aus Zapel, die sie dem Mühlenverein kostenlos zur Verfügung stellte.

„Ich habe vor ein paar Tagen der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung die Marke vorgestellt und bin auf eine sehr positive Resonanz gestoßen“, berichtete Martin Zecher als Vorsitzender des Förderkreises Mühle Wittenburg e.V. Er ist außerdem Mühlenbauer und hat 2014 mit Hand angelegt bei der Sanierung des 1890 aus Schwerin nach Wittenburg umgesetzten Gebäudes.

Mit dem Geld der Spendenmarken könnten dringend notwendige Reparaturen und Sanierungen an den technischen Kostbarkeiten durchgeführt werden, betonte Wilken und überreichte an Wittenburgs Bürgermeisterin Dr. Margret Seemann 20 Markenblöcke. 100 Euro spendet die Motelstadt an den Verein. „Wenn die Marken auf Briefe oder Karten, Schulhefte oder an Pinnwände geklebt würden, zeigt der Spender: Ich habe ein Herz für Mühlen“, so Lothar Wilken weiter. Ebenso könnte die Marke in Arztpraxen, in Läden, Firmen oder Räumen mit Kundenzulauf einen Platz finden und sichtbar zeigen, dass der Erwerber oder die Erwerberin „den Erhalt der verbliebenen Exemplare der ältesten Maschinen der Welt unterstützt“.

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