Klaus Marmulla auf Reisen : Ein Hausmeister auf Afrika-Tour

Klaus Marmulla (rechts) mit seinen Freunden Andreas Hagemann (links) und Hans-Dieter Lucas
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Klaus Marmulla (rechts) mit seinen Freunden Andreas Hagemann (links) und Hans-Dieter Lucas

Emotionaler Trip mit vielen Höhepunkten: Klaus Marmulla aus Vellahn reiste fast 3000 Kilometer durch den schwarzen Kontinent.

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28. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Wenn Klaus Marmulla von seinem ganz persönlichen Jahreshöhepunkt spricht, dann sprudelt es förmlich aus ihm heraus und der aufmerksame Zuhörer spürt deutlich, welche Emotionen dieses Ereignis beim 64-jährigen Vellahner auslösen. Es ist gerade erst wenige Tage her, dass der ehemalige Hausmeister der ortsansässigen Regionalen Schule von seiner dreiwöchigen Reise aus dem ostafrikanischen Äthiopien zurückkehrte. „Es war schon immer mein großer Lebenstraum, an den Ort meines jahrelangen Wirkens zu reisen, um nach fast dreißig Jahren die Veränderungen vor Ort mit eigenen Augen sehen und erleben zu können“, berichtet Marmulla unserer Zeitung.

 Im Jahr 1984 arbeitete er als junger Mann für drei Monate in einer Erntebrigade im äthiopischen Garadella. Nur ein Jahr später machte sich Klaus Marmulla erneut auf den Weg nach Ostafrika, um dann bis kurz vor der Wende ein Trainingszentrum für Landmaschinenmechaniker in der Hauptstadt Addis Abeba zu betreuen. „Den Kontakt zu meinen ehemaligen deutschen Arbeitskollegen habe ich seit der Rückkehr aus Äthiopien regelmäßig gehalten. Vor zehn Jahren konnten wir uns sogar zu einem Brigadetreffen in Bad Kösen in Sachsen-Anhalt wiedersehen. Seinerzeit beschlossen wir, irgendwann einmal gemeinschaftlich nach Afrika zurückzukehren“, freute sich Klaus Marmulla im Gespräch mit der SVZ, dass aus dieser fixen Idee nun endlich Realität geworden ist.

Im äthiopischen Garadella hat Marmulla viele intensive Freundschaften gefunden.
Marmulla/Röpcke
Im äthiopischen Garadella hat Marmulla viele intensive Freundschaften gefunden.
 

Und so machte sich der Vellahner mit seinen beiden Freunden und ehemaligen Arbeitskollegen Andreas Hagemann aus Sachsen-Anhalt sowie dem Berliner Hans-Dieter Lucas von Frankfurt am Main aus in das knapp acht Flugstunden entfernte Äthiopien auf, um ihre so sehr herbeigesehnte Rundreise antreten zu können. Von Addis Abeba aus ging es für die drei reiselustigen Männer auf eine mehr als dreitausend Kilometer lange Strecke, auf deren Weg unter anderem der Nationalpark Yangudi Rassa, die Städte Kombolcha, Lalibella und Gonder sowie die beeindruckende Berglandschaft Semein Mountain lagen. „In den vergangenen dreißig Jahren hat sich die Einwohnerzahl in der Hauptstadt Addis Abeba mehr als verdoppelt. Aufgrund der damit verbundenen Expansion der Infrastruktur gibt es das Trainingszentrum für Landmaschinenmechaniker leider heute nicht mehr. Um so erfreulicher war es für uns aber, dass wir in Garadella noch alle Staatsfarmen ausfindig machen konnten, auf denen die Kinder der ehemaligen Betreiber nun das Sagen haben und die Traktoren der Marke Fortschritt ZT 300 auch heute noch mehr oder weniger funktionieren“, berichtet Marmulla erstaunt.

Und obwohl die Wirtschaft nicht nur in Addis Abeba stetig wächst und vor allem ausländische Firmen in dem ostafrikanischen Staat investieren, vergrößere sich die Schere zwischen Arm und Reich zunehmend. „Trotz alledem ist mit dieser Reise nicht nur für mich ein großer Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Wir haben trotz der zum Teil erschreckenden Armut große Gastfreundlichkeit erfahren, aber auch wissensdurstige Menschen erleben dürfen“, sagt Klaus Marmulla, der wohl noch viele Monate zum Verarbeiten der vielfältigen Impressionen benötigen wird.





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