Hagenow : Ein Hauch von Championsleague

Da fliegt glatt das Trikot und alle Blau-Weißen jubeln - das Migrationsteam von der AWO Ludwigslust gewann gestern das Turnier für Menschen mit Behinderung in Hagenow.
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Da fliegt glatt das Trikot und alle Blau-Weißen jubeln - das Migrationsteam von der AWO Ludwigslust gewann gestern das Turnier für Menschen mit Behinderung in Hagenow.

Fußball-Turnier der Lebenshilfe Hagenow zur 25. Auflage mit hohem Besuch: FIFA-Schiedsrichter Bastian Dankert gab sich die Ehre

svz.de von
21. September 2017, 21:00 Uhr

Wenn er in seine Trillerpfeife bläst, ist manchmal erst die Hymne der Championsleague verklungen und ihm gegenüber stehen die Weltstars des Fußballs. Christiano Ronaldo, Messi oder Neymar. Jetzt allerdings zog es FIFA-Schiedsrichter Bastian Dankert aufs platte Land. Heute besuchte er das 25. Turnier der Hagenower Werkstätten als Ehrengast. Und in seiner Funktion als Vorsitzender des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern hatte er gleich auch Geschenke mitgebracht. Nicht für die Organisatoren Gunnar Timm und Detlef Postler, aber in jedem Fall für die knapp 100 Fußballer mit Behinderung, die auf dem Sportplatz in Hagenow Heide dem runden Leder nachjagten. „Fußball verbindet. Das sehen wir in unserer täglichen Arbeit. Ich komme gern hier her und schaue zu wie das Kicken an der Basis Spaß macht“, so Dankert, der wegen einer Oberschenkelverletzung selbst nicht pfeifen konnte. „Schade, es war eigentlich geplant, dass ich hier auch als Schiedsrichter fungiere.“ Einen Unparteiischen brauchte es in den meisten Fällen aber gar nicht - so fair gingen die Spieler mit körperlichen und geistigen Behinderungen miteinander um. „Man sieht wie viel Freude alle unsere Werkstatt-Beschäftigten hier haben. Entweder treffen sie sich als alte Bekannte oder lernen sich neu kennen“, sagt Gunnar Timm, der zum Orga-Team zählt. Auch Detlef Postler, der Leiter der Hagenower Werkstätten zieht positive Bilanz: „Wir werden auch ins 26. Jahr gehen. Dieses Turnier wird seine Tradition behalten“, versichert er.

Gekommen waren zehn Teams aus drei Bundesländern - MV, Brandenburg und Schleswig-Holstein. Unter ihnen waren sogar echte Nationalspieler. Einer davon ist Mirko Späth. Der Rechtsaußen, der zweimal die Woche im Kloster Dobbertin trainiert und auch im heimischen Verein Blau-Weiß fest integriert ist, hat schon für Deutschland gespielt. „Ich war schon in Rio mit dem Nationalteam, und in Frankreich hab ich mit der DFB-Elf sogar ein Tor geschossen. Für die Dobbertiner reichte es heute trotz der starken Personalie auf der rechten Außenbahn nur zu Platz fünf.

Der strahlende Sieger war am Ende die AWO Ludwigslust mit ihrem Team von Migranten, die das Michaelwerk Rostock im Finale mit 4:0 bezwangen. „Das war perfekte Integration“, sagt Gunnar Timm. „Alle wurden herzlich aufgenommen und es gab ein faires Miteinander. Wir sind stolz, dass wir dieses Turnier immer wieder so auf die Beine bekommen.“ Die Geschenke vom internationalen Schiedsrichter und dem LFV-Vorsitzenden waren im Übrigen hochkarätig: Ein ganzer Satz frischer Trikots für die Sieger und Bundesliga-Bälle für die Teams.

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