Alpincenter Wittenburg : Ein Hauch Olympia auf der Piste

Im Alpincenter heben im Sommer auch gerne mal die Profis ab...
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Im Alpincenter heben im Sommer auch gerne mal die Profis ab...

Im Alpincenter bereiten sich Profi-Skifahrer im Sommer auf ihre Wettkampf-Saisons vor. Im Winter haben die Freizeitsportler das Sagen

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15. Februar 2018, 12:00 Uhr

Während die Profis in Pyeongchang bei den Olympischen Winterspielen um die Medaillen kämpfen, ist die Skihalle in Wittenburg fest in Hand der Freizeitfahrer. Ein Hauch Olympia weht jedoch auch hier über die Piste. Denn viele Profis bereiten sich im Sommer in der Skihalle auf ihre Saison vor. „Von Mai bis Ende Oktober sind die Skiteams bei uns“, erzählt Antje Opitz vom Marketing des Alpincenters Hamburg-Wittenburg. „Wir haben hier Teams aus Deutschland, Dänemark, Russland, den USA, Slowenien, Finnland, eigentlich von überall her.“ So stehe der Sommer im Zeichen der Profis und im Winter haben die Hobby-Skifahrer die Halle für sich .

Und mit der wechselnden Saison in der Skihalle ändern sich auch die Anforderungen für die Pistenpräparation. „Im Schnitt kümmern sich drei Leute täglich um die Piste. Wenn die Profiteams anrücken, bedeutet es für sie mehr Arbeit, dann können es auch mal fünf sein.“ Grund dafür sind die Anforderungen, die die Profis an die Piste stellen. „Je nachdem wie wir können, bedienen wir sie auch. Auf jeden Fall müssen die Pisten vereist sein“, so Anne-Marie Schumacher, Auszubildende zur Veranstaltungskauffrau. Für viele Hobby-Skifahrer, die auch im Sommer im Alpincenter willkommen sind, sei es dann natürlich ein Highlight sozusagen neben den Profis die Piste herunterzufahren. „Es gibt Gäste, die vorher anrufen und fragen, welche Teams gerade da sind. Wir hatten auch schon eine Dame die jede Woche mit Autogrammkarten kam, und sie hat die dann hier nochmal unterschreiben lassen“, erzählt Schumacher.

Aber auch im Winter ist das Publikum auf der Piste durchaus international. Zurzeit ist dort neben deutsch ganz klar dänisch zu hören, denn das Alpincenter ist bei den nordischen Nachbarn sehr beliebt. Bevor sie den viel weiteren Weg nach Österreich oder in die Schweiz antreten, würden sie lieber einmal hier testen, ob Ski fahren etwas für sie sei, meint beispielsweise Rilke Pflug-Christensen aus Kopenhagen. Die 40-jährige ist mit ihrer Familie das erste Mal in Wittenburg. „Nur mal aus Spaß, und um ein bisschen Training zu haben.“

Das Gefühl fürs Skifahren wollen aber auch die Gäste aus der Region bekommen. „Wir haben Urlaub und wollen mal testen, wie es ist“, erzählt Gerold Reu aus Burow. Er ist mit seiner Familie ins Alpincenter gekommen. „Wir haben ja sonst kaum Schnee bei uns.“ An Wintersport sei er trotzdem interessiert. „Die Woche habe ich frei und dann verfolge ich schon die Olympischen Winterspiele. Am liebsten gucke ich Biathlon und Skispringen. Wir waren auch schon mal in Oberhof und haben uns dort ein Biathlon-Rennen angesehen“, so der 39-jährige.

Ohnehin sind viele der Gäste daran interessiert, was in den olympischen Wettkämpfen auf der anderen Seite der Erde passiert. „Eigentlich müsste ich vor dem Fernseher sitzen“, sagt Roland Bull, der bereits zum vierten Mal nach Wittenburg gekommen ist. Biathlon sei natürlich immer spannend, aber er schaue sich auch gerne die Snowboard-Wettbewerbe Slopestyle oder Halfpipe an, meint der Rostocker, der selbst lieber auf zwei Brettern unterwegs ist. Das mag auch Uwe Riebau aus Hanshagen bei Greifswald. „Aber ich bin selbst kein Freund von der Abfahrt, sondern von Langlauf“, so der 64-Jährige. Er schaut in Wittenburg lieber seiner Frau und den Enkeln zu und scherzt: „Ich kann gar nicht verstehen, was ich hier mache.“ Denn eigentlich sollte er doch lieber vor dem Fernseher sitzen und die Olympischen Spiele verfolgen.

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