Goldenbow : Ein großes Herz für Tiere

Den kleinen Fiete hatte Erwin Hernjokl während eines Sturms aus einem umgestürzten Baum gerettet.
Den kleinen Fiete hatte Erwin Hernjokl während eines Sturms aus einem umgestürzten Baum gerettet.

Erwin Hernjokel beherbergt ungewöhnliche „Haustiere“

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26. August 2020, 05:00 Uhr

So richtig Lust darauf, fotografiert zu werden, scheint er nicht zu haben. Ob Walnuss oder Apfel, der kleine Fiete, ein vierjähriges Eichhörnchen, lässt sich vorerst nicht aus seinem Nest locken. Dabei redet sein Besitzer mit Engelszungen auf ihn ein, nur um den Versuch kurze Zeit später doch abzubrechen: „Er hat wohl gerade geschlafen“, sagt Erwin Hernjokl, der auf seinem Hof in Goldenbow schon beinahe einen Kleintier-Zoo beherbergt. „Eigentlich springt er auch auf meine Hand. Vor vier Jahren hatten wir hier einen Sturm mit Graupel, bei dem im Bereich Vellahn Bäume umgekippt sind. Und dabei ist das Nest, in dem Fiete lag, auf die Straße gefallen. Er konnte noch nicht mal die Augen öffnen, so klein war er damals“, erzählt der passionierte Jäger, der das kleine Eichhörnchen mit nach Hause nahm, ihm ein neues Nest aus einer Pudelmütze baute und es an die Heizung hing. „Nach vier Tagen hat er dann die Augen geöffnet.“

Seitdem wohnt Fiete in einer Voliere auf dem Hof, zusammen mit seiner Nachbarin „Dorle“, einer Krähe, sowie unter anderem mit Erwin Hernjokls Jagdhund, Hühnern, Enten und sieben bis acht Katzen. „Fiete kann ich leider nicht mehr aussetzen. Er hat nie seine Mutter oder ein anderes Eichhörnchen gesehen. Ich bin seine Bezugsperson“, so der gelernte Forstwirt. „Als Jäger habe ich eigentlich nicht das Recht, lebende Tiere zu entnehmen, es ist aber alles mit der Kreistierärztin abgesprochen und ich habe für alle Tiere die nötigen Papiere.“

Und das vor allem für die eher ungewöhnlichen Haustier-Exemplare. In Erwin Hernjokls Besitz befindet sich so unter anderem auch noch ein Ausweis samt Passbild für einen Fuchs, den er vor Jahren gepflegt hat oder auch eine Genehmigung für „Borstel“. „Das war ein Wildschwein. Es wurde bei uns 14 Jahre alt. Als Frischling hatte er einen Unfall überlebt, bei dem die Bache und die anderen drei Frischlinge getötet wurden. Im vergangenen Jahr hatten wir dann zwei junge Waschbären hier, die uns jemand nachts gebracht hat. Die haben wir aber nicht zahm gemacht und später dann wieder ausgesetzt.“ Das sei ohnehin immer das Ziel, bei den wilden Vertretern. Allerdings klappt das längst nicht bei jedem Tier. „Wir hatten auch schon einen zahmen Waschbären, Willi. Mit ihm waren wir drei Mal im Fernsehen und in Zeitungen“, so Erwin Hernjokl, der auch schon mal Ziehvater für ein Mauswiesel oder Igel war. „Die Nachbarn bringen uns Tiere, auch die Kreistierärztin ruft schon mal an. Wenn es geht, nehmen wir sie auf und lassen sie nach dem Aufpäppeln wieder frei. Ich bin eigentlich Jäger, viele meinen, das wäre widersprüchlich, aber ich würde es nicht übers Herz bringen, kleinen kranken Tieren nicht zu helfen.“

Auch wenn Besucher vielleicht den kleinen „Fiete“ als ihren Favoriten auf dem Hof wählen, sind es für Erwin Hernjokl aktuell andere Mitbewohner. Er schwärmt für seine weißen Schwalben. „Wir haben jedes Jahr drei oder vier Schwalbenpärchen, die hier bei uns in der Scheune brüten. In der ersten Brut war schon ein weißer Jungvogel dabei und jetzt auch in der zweiten Brut. Ihr komplettes Gefieder ist weiß, es sind aber keine Albinos. Das wollte mir erst keiner glauben.“

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