Neuhaus : Ein Fortschritt beim Rückschnitt

Im August 2013 erfolgte der erste größere Rückschnitt von Weidengehölzen im Deichvorland.
Im August 2013 erfolgte der erste größere Rückschnitt von Weidengehölzen im Deichvorland.

Neuhauser Ratsmitglieder diskutieren mit Klaus-Jürgen Steinhoff vom Landesbetrieb über Hochwasserschutzpläne im Elbvorland.

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08. März 2018, 20:45 Uhr

Was lange währt, wird endlich fast gut. So könnte das Resümee der vergangenen Sitzung des Bauauschusses der Gemeinde Amt Neuhaus lauten. Diese befasste sich nämlich unter anderem mit der Verbuschung im Elbvorland. Einem Thema mit hoher Brisanz im Amt. So ging der Debatte im jetzigen Ausschuss nicht nur ein längerer Briefwechsel zwischen der Gemeinde, dem Landkreis und dem niedersächsischen Umweltministerium voraus, es gab zuvor auch schon eine Resolution des Gemeinderates vom März vergangenen Jahres an die Verantwortlichen bei Kreis und Land, die sofortige Maßnahmen gegen die zunehmende Verbuschung im Elbvorland forderte.

Aus diesem Grund war an dem Abend auch Klaus-Jürgen Steinhoff vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) anwesend. Er sollte die Ratsmitglieder und zahlreichen Bürger über den Rahmenplan „Abflussverbessernde Maßnahmen“ informieren. „Die Elbe ist sehr kompliziert und deshalb müssen wir auch in Zukunft sehr vieles verändern, um gegen neue Hochwasser geschützt zu sein. Das ist kein Selbstgänger, sondern wir müssen etwas dafür tun“, appelliert Steinhoff an die Anwesenden. „Die Verbuschung ist dabei nur ein Mosaiksteinchen, vielmehr müssen wir die verschiedenen Maßnahmen wie Engstellenbeseitigung oder die Schaffung von Flutpoldern als Paket betrachten“, so Steinhoff weiter.

Worte, die auf offene Ohren, aber auch Fragen stießen. „Wer bremst so massiv beim dauerhaften Rückschnitt?“ hakte Thorsten Knebusch, Vorsitzender des Ausschusses für Bauen und Sicherheit, nach. Klaus Niederhoff beklagt: „Ich habe es satt, seit Jahren bei Deichschauen die Querriegel zu sehen und nichts passiert! Ich weiß, dass das prioritäre Lebensräume sind. Aber wir müssen hier schnell viel Wasser wegbringen.“

Johannes Haker als beratendes Ausschussmitglied moniert, dass zu viel Zeit und Geld auf Planungen und Berechnungen verschwendet wird, anstatt Maßnahmen einzuleiten und eine Breite von 600 Metern Durchfluss freizuhalten. „Ich muss Herrn Haker recht geben, wir sind beim Rückschnitt zu unplanmäßig vorgegangen“, räumt Steinhoff ein. Man habe jedoch daraus gelernt. Jetzt soll der Rückschnitt durch einen so genannten Auenstrukturplan geregelt werden. Eine Maßnahme, die nur zum Teil befriedigt, verstreicht durch sie doch zunächst wieder einmal Zeit. „Ende dieses Jahres erhoffen wir Ergebnisse im Auenstrukturplan, damit wir wissen, wo wir schneiden können.“ Ein Rückschnitt könnte dann im nächsten Winterhalbjahr erfolgen. Zeit, die die Gemeinde hoffentlich noch hat. Der eingeschlagene Weg, den auch die Biosphäre mit bestreitet, ist zumindest vielversprechend. Deswegen fasst Thorsten Knebusch am Ende auch zusammen: „Ich nehme aus dieser Sitzung mit, dass wir alle wollen. Das war ein sehr ergebnisorientiertes Treffen.“

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