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Hagenower Kreisblatt

15. Dezember 2017 | 19:10 Uhr

Hagenow : Ein Fenster in die Vergangenheit

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Jacques Tardi erzählt in einem Comic die Geschichte seines Vaters nach dem Krieg / Hagenower Museum unterstützt mit Dokumenten

von
erstellt am 10.Jul.2015 | 14:15 Uhr

Es ist ein endlos scheinender Fußmarsch, den der Franzose René Tardi unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges durch Deutschland bis nach Frankreich unternahm. Die Faschisten hatten ihn in ein Lager gesperrt und nach Kriegsende will er nur noch nach Hause.

Das Hagenower Museum hat den französischen Autor Jacques Tardi, dem Sohn von René Tardi, dabei unterstützt, einen beklemmenden Comic über die schwere Zeit des Kriegsendes zu erarbeiten. In Frankreich hat der Comic, im Gegensatz zu den Lesegewohnheiten in Deutschland, eine lange Tradition und wird insbesondere als Ausdrucksmittel gern verwendet.

Worum geht es? „Jacques Tardi, der französische Auto, hat bereits in einem Band zuvor, die Geschichte seines Vaters René Tardi aufgearbeitet. Er war Kriegsgefangener in Deutschland. Und jetzt ging es in einem zweiten Band nach dem Kriegsende um den Rückweg des Vaters von Pommern bis nach Frankreich. Diese leidvolle Geschichte hat der bekannte französische Comic-Autor Jacques Tardi in dem Buch ,Ich René Tardi, der lange Marsch durch Deutschland’ verarbeitet“, ist von Corinna Laub vom Hagenower Museum zu erfahren, die das Projekt betreute. Dem französischen Comic-Autor war vor allem daran gelegen, Originalfotos und viele Informationen von die damaligen Schauplätzen zu bekommen. Und hier konnte das Hagenower Museum helfen. „Alle Menschen, die nach Kriegsende heimatlos in Hagenow gestrandet waren, wurden zunächst auf dem ehemaligen Flugplatz gesammelt. Wir konnten dem Autor Fotos aus dieser Zeit zur Verfügung stellen. Die Amerikaner waren im Mai 1945 hier und sie haben relativ viel fotografiert“, erzählt Corinna Laub weiter über die Hilfe aus Hagenow für das Projekt. Und der Blick in das Buch zeigt, dass der Stadt Hagenow in der unmittelbaren Nachkriegszeit einige Seiten gewidmet sind. Der Kilometerblock und der Flugplatz spielen dabei u.a. eine Rolle.

Als dramaturgisches Element bezieht sich übrigens der Autor des Comics Jacques Tardi als Sohn in die Geschichte mit ein, obwohl er zu dieser Zeit ja noch gar nicht geboren war. Dabei entwickelt sich dann die Zwiesprache zwischen Sohn und Vater zu den damals aktuellen Fragen. Den Comic gibt es original in französischer Sprache aber auch in deutscher Übersetzung.

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