Boizenburg : Ein Blick in die Werkstätten

Vertreter aus der Politik und auch viele interssierte Einwohner kamen gestern in die „Offenen Werkstätten“ der Lebenshilfe.  Fotos: Katja Frick
Vertreter aus der Politik und auch viele interssierte Einwohner kamen gestern in die „Offenen Werkstätten“ der Lebenshilfe. Fotos: Katja Frick

Das Lebenshilfewerk Hagenow lud zum „Tag der offenen Werkstatt“ in Boizenburg

svz.de von
13. Mai 2017, 05:00 Uhr

„Ich glaube, viele wissen noch nicht einmal, dass es diese Werkstätten hier gibt“, meinte Gleichstellungsbeauftragte Beate Benz am Rande der ‘Offenen Werkstätten’ des Lebenshilfewerkes Hagenow am Freitag in Boizenburg. Alle zwei Jahre laden die Boizenburger Werkstätten Vertreter aus der Politik, Kunden und vor allem interessierte Bewohner zu einem Blick auf die Arbeit von Menschen mit Behinderungen ein.

Die Boizenburgerin Sabine Kasten war, wie viele andere Besucher, zum ersten Mal in den Werkstätten. „Ich wollte mir das einfach mal ansehen“, erklärte sie der SVZ.

Karsten Thiel, der seit Januar die Leitung der Boizenburger Werkstätten zusätzlich zur Leitung der Werkstatt für Menschen mit psychischen Behinderungen in Hagenow übernommen hat und auch für die beiden Cafés in Hagenow und Boizenburg verantwortlich ist, hatte persönlich zu einer Führung eingeladen. Der Einladung waren die Bürgermeister von Boizenburg und Hagenow, Bürgervorsteherin Heidrun Dräger sowie Amtsvorsteherin Angelika Voss und auch Ines Senftleben gefolgt, die im Juli den Chefsessel des Lebenshilfewerks Mölln-Hagnow übernehmen wird.

„Ich fühle mich dem Lebenshilfewerk sehr verbunden“, sagte Thomas Möller der SVZ. „Wenn ich es möglich machen kann, nehme ich solche Termine wahr. Außerdem habe ich 15 Jahre im Amt Boizenburg Land gearbeitet.“

76 Menschen mit Behinderungen und elf Mitarbeiter arbeiten aktuell in den Boizenburger Werkstätten, erläuterte Karsten Thiel im Gespräch mit dieser Zeitung. „Unsere größten Kunden sind derzeit Global Notes, für die wir Notizzettel verpacken, und das Reform-Kontor Zarrentin.“ Für diese verpacken die Werkstatt -Mitarbeiter derzeit zehn Bio-Produkte, so z. B. Manuka-Honig aus Neuseeland. „Vor kurzem haben wird das Zertifikat dafür bekommen und wir sind ja jetzt auch Partner des Biosphärenreservats“, meinte Karsten Thiel. Ein großer Arbeitsbereich sei zudem die Landschaftspflege, so für die Außenanlagen der Fliesenwerke, der WEMAG in Hagenow und des Dr.-Oettker-Werkes in Wittenburg.

Eine ganz besondere Erfolgsgeschichte ist das „Café Marie“ in Boizenburg, das erst im Dezember letzten Jahres eröffnet hat. „Das Café ist immer voll“, berichtete Karsten Thiel stolz. „Wir verkaufen sieben bis acht Torten pro Tag, stellen zehn Sorten Pralinen her und fünf Schokoladensorten.“ Viele Besucher würden nach verlängerten Öffnungszeiten fragen. „Das wird vielleicht ab September etwas“, erklärte Thiel. „Aber im Moment brauchen wir die Montage und die Dienstage noch für die Schulungen unserer Leute. Aber wir schmeißen ja auch niemanden raus, der noch um 17 Uhr bei uns im Café sitzt.“ Die in so kurzer Zeit schon fast legendär leckeren, selbst gebackenen Torten können übrigens auch bestellt werden.

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