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Hagenower Kreisblatt

22. November 2017 | 04:52 Uhr

„Ein Anfang ist immerhin gemacht“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Rückschnitt der Verbuschung auch in besonders geschützten Naturräumen war bestimmendes Thema auf der jüngsten Deichschau

svz.de von
erstellt am 08.Mai.2014 | 13:28 Uhr

Das Wetter war kühl und regnerisch und trotzdem war die Beteiligung an der gestrigen Deichschau, die in Wehningen begann, mit 40 Personen groß. Besonders viele Deichgeschworene waren dieses Mal dabei. Das mag der Nachricht geschuldet gewesen sein, dass es in Sachen Rückschnitt der Verbuschung im Elbvorland nun doch einen Fortschritt gibt (SVZ berichtete).

Auch in prioritären Lebensraumtypen, also aus naturschutzrechtlicher Sicht besonders wertvollen Bereichen, darf zunächst an sieben Stellen Aufwuchs zurück geschnitten werden ( sechs Stellen im niedersächsischen Teil an der Elbe, eine in Mecklenburg). Die Ausgleichsmaßnahmen müssen nicht vor dem Rückschnitt erfolgen, sondern können sozusagen „nachgearbeitet“ werden und es ist auch kein Verhältnis Rückschnitt zu Ausgleichspflanzung von eins zu drei mehr vorgesehen, sondern es wird sich wohl bei etwas mehr als eins einpendeln. Außerdem kann der Ausgleich an den Nebenflüssen erfolgen. „Das ist doch ein sehr erfolgreiches Resultat aus Brüssel“, befand erste Kreisrätin Monika Scherf, die die Ergebnisse der Gespräche bei der EU Kommission kurz zusammenfasste. Deichverbandsvorsteher Hans Ebeling ging dann etwas mehr ins Detail und nannte auch Zahlen. In dem etwa 4000 Hektar großen Elbvorland links und rechst der Elbe im Bereich des Landkreises Lüneburg seien es knapp 54 Hektar, die zurück geschnitten werden dürften. „Das ist immer noch zu wenig, aber es ist jetzt ein Anfang gemacht.“ Jetzt käme es darauf an, dass der Termin für den erlaubten Rückschnitt vorverlegt würde, der 1. Oktober sei zu spät. Kreisrätin Scherf versprach, sich für eine Vorverlegung des Zeitpunktes, an dem mit den Maßnahmen begonnen werden kann, einzusetzen.


Die EU-Kommission ist aus dem Spiel


Dass für das weitere Vorgehen nun „nur“ noch ein Rahmenplan mit einer Verträglichkeitsprüfung (abgestimmt zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen) und nicht mehr ein Antragsverfahren bei der EU vonnöten ist, das sickerte nur langsam in die Köpfe der an der Schau beteiligten Bürger. Hatten sie doch jahrelang zu hören bekommen, dass das EU-Recht verhindere, dass prioritäre Lebensräume überhaupt „angefasst“ werden dürften. Von der Biosphärenreservatsverwaltung war das immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt worden.

In diese sensiblen Naturräume darf aber unter bestimmten Umständen doch eingegriffen werden, zum Beispiel, wenn eine Gefahrenlage vorliegt. „Ist durch den Eingriff ein so genannter prioritärer Lebensraum... betroffen, ist bei bereits eingetragenen FFH-Gebieten die Zustimmung der EU-Kommission erforderlich“, heißt es in der entsprechenden Richtline. Diese Gefahrenlage den EU-Kommissaren plausibel darzustellen, ist dann in Brüssel offensichtlich gelungen. „Bleibt für mich die Frage, warum das Land Niedersachsen sich nicht schon viel früher um diese Zustimmung aus Brüssel gekümmert hat, dann wären wir sicher ein ganzen Stück weiter“, meinte dazu Siegrid Schnelle aus dem Deichverbandsvorstand.

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