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Hagenower Kreisblatt

22. September 2017 | 17:26 Uhr

Zeetze : „Eigentlich fehlt nur die Mühle“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Trotz Dauerregens kamen viele Gäste zum Mähbindertag. Historische Landmaschinen wurden auf dem Technikhof vorgeführt

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Spätestens der Dauerregen am Sonnabend hat die allerletzten Hoffnungen der Veranstalter zunichte gemacht, dass der diesjährige Mähbindertag doch noch auf dem Acker stattfinden kann. Zu gefährlich wäre es für Menschen und Maschinen auf den durchweichten Böden geworden. „Wenn du da mit dem schweren Trecker rauf fährst, kommst du nicht mehr heil runter“, weiß ein Besucher zu berichten. Doch auch auf dem Technikhof der Agrarproduktion Zeetze entfaltet die historische Landmaschinentechnik ihre volle Faszination. Trotz Regenwetters erweist sich die Neuauflage des Mähbindertages nach zwei Jahren Pause als Publikumsmagnet und Ereignis für die ganze Familie.

Der laut knatternde Star des Tages ist ein roter Lanz Bulldog Typ 7506. Den Zweitakter, der in den 30er und 40er Jahren produziert wurde, hat Jürgen Balhorn bei einem Bauern entdeckt und wieder instand gesetzt. „Ich habe alles an dem Trecker repariert und darf ihn heute vorführen, da der Eigentümer in Urlaub ist“, erzählt Jürgen Balhorn mit ein bisschen Stolz. Schon das Starten des Lanz sorgt für eine neugierige Menschentraube, denn dieses Modell hat keinen Anlasser. Mit einer Anheizlampe muss die Glühnase auf Temperatur gebracht werden. Eine Prozedur, die etwas länger dauert. „Das ist kein Klauerfahrzeug. Mit dem kann man nicht einfach wegfahren“, lacht Wolfgang Krüger, der mit seinem modernen John Deere und Enkelsohn Tim gekommen ist, um bei der Vorführung mitzufahren.

„Der Lanz ist schon legendär“, meint Dieter Eckert, der auch in diesem Jahr die Vorführung moderiert. Der Mann aus Spornitz ist in Sachen Landmaschinen und Moderation Vollprofi und tritt regelmäßig bei der MeLa oder beim Trecker-Treck auf. „Die Zeetzer waren die ersten, die eine solche Vorführung mit der Ernte verbunden haben. Das ist eine runde Sache, zu der ich gerne komme. Eigentlich fehlt nur die Mühle und der Backofen, dann gäbe es noch frisches Brot“, lobt Dieter Eckert die Veranstalter.

Die eigentliche Vorführung findet in zwei Teilen statt. Zunächst haben die historischen Fahrzeuge vom einfachsten Mähbinder, der noch viel Menschenkraft erfordert, bis hin zum vollautomatisierten Mähdrescher Marke „Fortschritt“ aus der Sowjetunion ihren Auftritt. Dank der anschaulichen Erläuterung von Dieter Eckert zu den technischen Details und Veränderungen kann man sich ein gutes Bild von der schweren Arbeit auf dem Feld und der zunehmenden Technisierung machen.

Im zweiten Teil folgt die Aufarbeitung des Getreides. Agrarchef Norbert Jandt und seine Kollegen rücken Gerste mit Dreschflegeln zu Leibe und auch der alte Dreschkasten der Marke „Wömag“ aus Ludwigslust, den Technikfreunde aus Niendorf aufgearbeitet haben, kommt mit viel Getöse zum Einsatz.

Für den gelernten Landmaschinenmechaniker Werner Hesse ist der Mähbindertag danach aber noch nicht vorbei: „Die alten Maschinen kommen bis zum nächsten Jahr wieder in die Garage und müssen gepflegt werden. Morgen werde ich die Mähbalken ölen und die Gummireifen überprüfen und aufbocken.“

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