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Begehrtes Holz : Eichenfällung: Jetzt ermittelt die Kripo

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Anwohner von Gresse und Amt Boizenburg-Land erstatten Strafanzeige

Jetzt ist auch die Kriminalpolizei in die mysteriöse Eichenfäll-Aktion an der Alten Salzstraße eingeschaltet. Noch am Freitag hat Anwohner Dirk Kiewald Anzeige im Boizenburger Revier erstattet, nachdem er bereits gleiches bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises getan hatte. Die „Vertuschungsaktion“ mache ihn so wütend, begründet er diesen Schritt gestern auf Nachfrage. Und auch das Amt Boizenburg-Land hat mittlerweile gehandelt und die Kripo hinzu gezogen. Solche alten Bäume zu fällen, sei Frevel und ein Verstoß gegen den Naturschutz, sagt Amtsleiter Gunnar Drews.

Lediglich drei Eichen der geschützten Allee in der Gemeinde Gresse sollten weg. Bäume der Klasse 4, erklärt Drews. Sie seien kaputt und eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit gewesen. Außerdem waren Pflegearbeiten am Unterholz geplant – kleine Pflanzen, die sich selbst aussähen, große Bäume stören oder wenig entwicklungsfähig sind, erklärt er. „Mehr wurde nicht von uns genehmigt“, so Gunnar Drews, der zudem bestätigt, einen Privatunternehmer damit beauftragt zu haben. Dass stattdessen jemand innerhalb von 24 Stunden 30 zum Teil 130 Jahre alte Eichen abholzt (SVZ berichtete am Wochenende), sei einerseits ein immaterieller Schaden für die Gemeinde – der alte Boizenburger Frachtweg ist Teil der ältesten Salzstraße von Lüneburg nach Lübeck. Andererseits hätten die Diebe ein Gut mitgenommen, so der Amtsleiter. Wie hoch der finanzielle Schaden für Gresse ist, sei aber noch nicht abzuschätzen.

Gestern nun bestätigt auch der Landkreis Ludwigslust-Parchim auf Nachfrage, dass eine Ordnungswidrigkeitsanzeige gegen den oder die Verursacher vorliegt, so ein Sprecher. Jetzt sei zu klären, was genau in der Allee „gelaufen ist“. Alle Beteiligten werden angehört. Auch das Amt Boizenburg-Land muss eine schriftliche Stellungnahme abgeben. Ob es ein „Missverständnis“ gewesen ist oder Absicht, das müsse nun genau unter die Lupe genommen werden. Wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist? „Ein Ende ist noch nicht absehbar“, antwortet der Sprecher.

Die Polizei prüft unterdessen die Straftatbestände mit der Staatsanwaltschaft. „Noch ist eine Menge abzuklären“, sagt Kripoleiterin Anke Dahlenburg. Wer könnte die Fällungen genehmigt haben und warum? Durfte der das überhaupt? Wie sieht es mit dem vermögensrechtlichen Aspekt aus; sind Schäden für die Gemeinde entstanden? Solchen Fragen werden die Beamten in den nächsten Wochen auf den Grund gehen. Sollte sich herausstellen, dass eine Straftat vorliegt, geht der Fall an die Staatsanwaltschaft.

Illegale Fällungen und Holzdiebstahl sind laut Anke Dahlenburg immer wieder Thema in der Region. „Holz wird teurer und somit lukrativ“, sagt sie. Die Kripoleiterin erinnert sich an einen Fall im letzten Jahr in Schwartow, wo Buchen umgelegt wurden. In den Vellahner Bergen haben Täter vor etwa zwei Jahren zugeschlagen. Und die Dunkelziffer dürfte noch höher sein. Anke Dahlenburg vermutet, dass nicht jeder Vorfall zur Anzeige gebracht wird. Dabei appelliert die Beamtin: „Lieber früher anrufen, als zu spät“. Schon in Verdachtsmomenten. Oft würden Nachbarn aber gar nicht ahnen, dass jemand zu Unrecht an den Bäumen zugange ist. Doch nur durch zeitnahe Hinweise seien die Aussichten gut, die Täter zu erwischen. „Ist das Holz erstmal abtransportiert, wird es schwieriger.“

 

 

 

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erstellt am 29.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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