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Hagenower Kreisblatt

14. Dezember 2017 | 22:07 Uhr

Lübtheen : Eiche verfehlt knapp die Enkelin

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Holger Hennig muss zusehen, wie ein Baum in sein Haus kracht. Äste stoßen durch das Dach, unter dem ein Kind spielt.

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 20:55 Uhr

Es ist buchstäblich das viel beschriebene Glück im Unglück. Holger Hennig ist dankbar. Dankbar, dass es seiner kleinen Enkelin nach dem dramatischen Unfall noch gut geht. Als nämlich eine riesige Eiche auf das Haus in der Lübtheener Lindenstraße krachte, spielte die Kleine gerade noch in der oberen Etage direkt unter dem Dach. „Sie hockte zum Spielen zum Glück in einer Ecke und hat außer einem Schrecken nichts abbekommen“, sagt Hennig. Der Lübtheener musste am Donnerstag, als Sturm Xavier in der Region vieles verwüstete, mit anhören wie ein massiver Eichenbaum vom Nachbarn in sein Haus fiel. „Es hat einen riesigen Knall gegeben als ich auf dem Hof hinter dem Haus stand. Als ich um die Ecke kam, dachte ich schon so bei mir: ,Oh Gott, die Eiche ist weg’“, so der Mann, der dann natürlich auf schnellstem Wege nach dem Kind sehen wollte.

Dieses Bild wird er so schnell nicht vergessen. Vom Dach ist nicht mehr viel übrig. „Durch die Decke guckten dicke Äste, und meine Enkelin war glücklicherweise unversehrt“, so Holger Hennig. Seine Nachbarn konnten den Sturz sogar live verfolgen und geben der unglaublichen Geschichte noch weitere Brisanz. Denn zwei Linden an der Straße hatten den dicken Eichenbaum gebremst, der sich quer über die gesamte Lindenstraße gelegt hatte. Ohne die Linden wäre es möglicherweise noch schlimmer gekommen, berichten die Nachbarn noch Tage später. Jetzt sind sowohl die Linden als auch die Eichen nur noch Geschichte - in Teilen noch auf dem Hof zu sehen.

„Es war wohl der größte Einsatz, den wir hier in der Region hatten“, sagt Bauhofleiter Gert Müller. Sein Trupp aber auch viele Anwohner sind sofort damit beschäftigt, die Bäume zu entfernen - aus der Wohnung, vom Dach, vom Eingangsbereich und von der Straße. „Bis am späten Abend um 22 Uhr haben wir gebraucht, um das Chaos einigermaßen in den Griff zu bekommen“, sagt Holger Hennig.

Stolz ist er darauf, wie gut die Nachbarschaftshilfe in der Lindenstraße in Lübtheen funktioniert. „Es kamen alle, die zu Hause waren, um zu helfen. So viele Motorsägen und Gerätschaften waren plötzlich da. Ein Nachbar hatte noch Dachlatten und Folie, damit wir alles notbehelfsmäßig abdichten konnten“, freut sich Hennig über die große Einsatzbereitschaft der Lübtheener.

Jetzt gehe es darum einen Dachdecker zu finden. „Die meisten haben die Bücher voll. Aber in den nächsten Tagen wird schon jemand kommen“, sagt Hennig, der weiß, dass in der gesamten Region viel zu Bruch gegangen ist. Das bestätigt auch Bauhofleiter Gert Müller, der gestern mit seinem Team in der gesamten Region Lübtheens noch immer Schwerstarbeit zu leisten hatte. „Seit Donnerstag sind wir fast ununterbrochen im Einsatz. Umgestürzte Bäume, Gebäude, die betroffen sind und Masten, die entweder umgekippt sind oder noch umzukippen drohen. Wir müssen aufräumen. Gerade, wenn wir hören, dass Kinder schon beginnen, die umgestürzten Dinge als Spielzeug zu benutzen. Der Sturm hat uns jede Menge Arbeit hier gelassen - auch Tage danach noch muss das Chaos beseitigt werden“, so Gert Müller.

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