Sternberg : Ehrgeizige Buspläne werden jetzt konkret

Minister Christian Pegel (4.v.li.) bei der Übergabe des Bescheides gestern in Sternberg.
Foto:
Minister Christian Pegel (4.v.li.) bei der Übergabe des Bescheides gestern in Sternberg.

Erste Rufbusse im Kreis werden ab 11. Dezember fahren. Förderung durch das Land hilft Projekt auf die Beine

von
22. Juni 2016, 20:45 Uhr

Das ehrgeizigste Projekt des Landkreises kann seit Mittwoch konkret umgesetzt werden. Durch Fördermittel des Landes von etwas mehr als 153 000 Euro kann der Kreis sein lange angekündigtes Pilotprojekt für Rufbusse starten. Verkehrsminister Christian Pegel übergab symbolisch den Bescheid an Landrat Rolf Christiansen im Sternberger Stützpunkt des kreislichen Busbetriebes VLP.

Die neuen Rufbusse werden ab 11. Dezember diesen Jahres erst einmal nur im Bereich zwischen Parchim, Lübz und Plau angefordert werden können. Mit den Bussen, die auch kleine Fahrzeuge sein können, soll der Anschluss jedes Dorfes in dem Bereich an das Liniensystem gewährleistet werden.

Das Ganze ist aber zunächst als Test für den gesamten Landkreis gedacht. Kleiner Nebeneffekt: Mit dem Test wird zugleich die Region bedacht, in der es immer noch Proteste gegen die Abbestellung der so genannten Südbahn durch das Land gibt. Die wird seitdem durch eine viel flexiblerer Buslinie ersetzt. Und für diese Linie 77 meldetet gestern VLP-Geschäftsführer Stefan Lösel deutlich gestiegene Fahrgastzahlen. Täglich würden derzeit 224 Menschen die Linie nutzten, noch vor Monaten waren es lediglich 159 pro Tag.

Außerhalb der relativ kleinen Testregion müssen sich die Bewohner im Kreis noch gedulden, bevor das neue Bussystem auch „bei ihnen ausgerollt“ wird, wie Landrat Christiansen sich gestern ausdrückte. Derzeit wird geplant, im Westen des Landkreises Ende 2017 das neue Nahverkehrssystem einzuführen.

Die Rufbusse sollen dabei von jedem Dorf an sieben Tagen die Woche den Anschluss an das zum Teil noch zu schaffende Hauptnetz sichern. „Mit einem Mal des Umsteigens kommt man dann schon sehr weit, mit einem zweiten Umstieg fast überall hin“, erklärte Lösel gestern das Prinzip. Das wird von der Kreispolitik inzwischen auch direkt unterstützt. Nicht umsonst waren gestern auch Kreistagspräsident Olaf Steinberg sowie weitere Mitglieder des Kreistages in Sternberg. Denn der Termin der Übergabe der Förderung war nur der willkommene Anlaß, Verkehrsminister Pegel komplett und umfassend in die Planungen des Landkreises einzuweihen. Nicht umsonst, ohne umfangreiche Förderungen, so gestern Christiansen und Lösel, werde der Umstieg nicht gelingen.

Pegel mahnte gestern auch, die Erfahrungen aus anderen Kreisen, die bereits ähnliche Systeme ausprobieren, nicht zu ignorieren. Immer wieder landeten Beschwerden bei ihm, dass sich die Bürger schlecht oder gar nicht informiert fühlten, das System der Anmeldung der Busse viel zu statisch sei, die Anschlüsse nicht funktionierten.

Das will der Kreis Ludwigslust-Parchim mit seiner Umstellung tunlichst vermeiden. Schon jetzt sind alle Haltestellen digital erfasst und vermessen. Alle Busse haben Digitalfunk und man wisse immer auf den Punkt genau, wo die Fahrzeuge gerade seien. Das soll auch später der Fahrgast erfahren, z. B. über ein spezielles Handyprogramm, das bereits entwickelt wird und ebenfalls ab Dezember laufen soll.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen