Boizenburg : Droht erneut ein Sommer voller Mückenstiche?

Ein Bild, das niemand gerne sieht: Mit Blut vollgesogene Mücken.
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Ein Bild, das niemand gerne sieht: Mit Blut vollgesogene Mücken.

Schon jetzt sind große Mückenschwärme zu beobachten. Verlauf des Frühjahr ist entscheidend

svz.de von
13. April 2018, 12:00 Uhr

Sie kündigen sich mit einem nervigen Summen an und hinterlassen überall auf dem Körper verteilt juckende Einstiche. Mücken sind, nicht nur in der Elbregion, die wohl unbeliebtesten Insekten und haben gerade im letzten Jahr so manchem den eher spärlich vorhandenen Sommer auch noch gehörig vermiest. Aufgrund der nassen Witterung fanden die gemeinen Blutsauger hervorragende Bedingungen für ihre Vermehrung vor. Ein Abend auf dem Balkon endete deswegen schnell in einem wilden Um-sich-herum-schlagen.

Doch wer für dieses Jahr auf eine Besserung hofft, scheint enttäuscht zu werden. Schon nach den wenigen wärmeren Tagen sind erneut riesige Schwärme der Insekten zu beobachten. Diese nehmen teilweise ein solches Ausmaß an, dass bereits aus einiger Entfernung ein lautes Summen von ihrer bloßen Masse zeugt.

„Der Winter war mild und im Wald gibt es immer noch viele feuchte Lachen. Das sind natürlich wieder beste Voraussetzungen für die Mückenlarven“, berichtet Jörg Stübe, Leiter des Forstamtes Schildfeld, von seinen Erfahrungen, die er im Gebiet des Amtes gemacht hat. Ein Eindruck, der auch durch Beobachtungen von Mitarbeitern des Biosphärenreservatsamtes auf ihren zahlreichen Einsätzen im Schaalsee- und Elbegebiet bekräftigt wird.

„Eigentlich ist es noch viel zu kalt für die Stechmücke. Dass die Insekten jetzt schon in solchen Massen vorkommen, ist bestimmt noch eine Nachwirkung aus dem letzten Jahr“, macht der Biologe und Leiter des Bene-Projektes im Amt Neuhaus etwas Hoffnung auf den noch bevorstehenden Sommer. Wie dieser sich hinsichtlich der Mückenpopulation entwickeln wird, kann jedoch auch er nicht vorhersagen: „Es kommt jetzt auf das Frühjahr an. Wenn das trocken bleibt, bleiben vielleicht auch die Menschen von einer erneuten Mückenplage verschont.“ Weiter berichtet Olaf Anderßon: „Die aktuellen Schwärme werden von Mücken gebildet, die auf Paarungsflug sind.“ Aber nicht nur auf ein trockenes Frühjahr sollte gehofft werden. „Die Überlegungen können auch dahin gehen, passende Nistmöglichkeiten für Vögel oder Fledermäuse zu schaffen. Gerade einige Fledermausarten lieben Mücken“, gibt Ulrike Müller vom Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe einen Hinweis auf ein natürliches Insektenbekämpfungmittel. In einer „chemischen Keule“ sieht sie nämlich nicht die richtige Lösung.

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