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Mutmaßlicher Dealer verweigert die Aussage : Drogenhandel: Urteil in Hagenow vertagt

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In Hand- und Fußschellen betritt er den Hagenower Gerichtssaal. Der mutmaßliche Drogendealer Alexander S. musste sich am Donnerstag wegen 28 Drogendelikten erneut dem Richter stellen. Doch er schwieg weiter.

svz.de von
erstellt am 09.Aug.2012 | 09:57 Uhr

Hagenow | In Hand- und Fußschellen betritt er den Gerichtssaal in Hagenow. Der Blick starr, das Gesicht regungslos. Der mutmaßliche Drogendealer Alexander S. muss sich gestern in einer zweiten Verhandlung wegen 28 Drogendelikten dem Richter stellen (SVZ berichtete mehrfach). Doch er schweigt weiter. Der junge Mann, groß und kräftig, verweigert die Aussage. Dafür sprechen die Zeugen. In der letzten Verhandlung der Hauptbelastungszeuge, der laut Staatsanwalt die Anklageschrift bestätigt. Ein Urteil wird erst nach dem vierten Verhandlungstag Ende August erwartet.

Bis dahin lässt Alexander S. die Dinge unbeeindruckt über sich ergehen. Die Finger ineinander geschlagen, den Blick gelassen Richtung Fenster gerichtet, während der Richter den ersten Zeugen aufruft. Angereist aus der Justizvollzugsanstalt Bützow. In Fußschellen, mit Jogging-Anzug und einem Lächeln betritt er den Saal. Alexander S. erwidert die Geste, bewegt die Lippen, schüttelt den Kopf und grinst. "Ich werde ohne meinen Anwalt nichts sagen", so der Zeuge. Wie erwartet vom Richter. Sein Anwalt soll dann beim nächsten Termin dabei sein. Ein kurzer Auftritt des jungen Mannes, der nach einem kurzen Plausch mit Alexander S., den Saal wieder verlässt.

Die zweite Zeugin tritt vor den Richter. Die junge Frau hat am 7. Juli 2011 den Wagen gefahren, als der Hauptbelastungszeuge nach einer vermuteten Drogenübergabe von der Polizei festgenommen worden ist. Sie sei mit ihm befreundet. Auch den Zeugen vor ihr kenne sie. Sie wisse aber nichts von einer Drogenübergabe, geschweige denn von Alexander S.. Den kenne sie nicht. Im Verhör von Richter, Staatsanwalt und Strafverteidiger geht es um Details, schließlich sind damals 200 Gramm Amphetamine in ihrem Auto gefunden worden. Wie das dahin gekommen sei, fragt der Richter. Keine Erklärung. Ihre Aussagen widersprechen zum Teil den Abhörprotokollen des Landeskriminalamtes Schwerin (LKA), das den Hauptbelastungszeugen observiert hatte.

Alexander S. lehnt sich zurück, den Kopf an die Wand, schließt die Augen, schaut immer wieder zur Decke.

Der dritte Zeuge, ein Beamter des LKA, schildert den besagten 7. Juli 2011, an dem er den Hauptzeugen festgenommen hat. Er bringt Alexander S. wieder ins Gespräch, kann es dann aber nicht 100-prozentig bestätigen, ob er bei der vermuteten Drogenübergabe an diesem Tag dabei war. Nur so viel: Der Festgenommene hat gestanden, dass kurz zuvor eine Übergabe stattfand. Genaueres soll in den nächsten Verhandlungen mit einem seiner Kollegen geklärt werden. Dann könnten auch weitere Beweise einfließen, wie die Überwachungsbänder einer Tankstelle.

Bis dahin bleibt Alexander S. weiter in der Justizvollzugsanstalt. Gelassen wie zu Beginn der Verhandlung erhebt er sich von der Anklagebank, streckt die Hände aus. Der Beamte legt ihm die Handschellen für die Rückfahrt an. Am 17. August geht es dann weiter.

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