Einsatz in Afrika : Doppeltes Glück für Blossom

Die Hagenowerin Heike Nörenberg hilft kleinem Mädchen aus Uganda / Seit Jahren engagiert sie sich in Afrika – und es geht voran

svz.de von
05. Dezember 2013, 18:05 Uhr

Das kleine Mädchen Blossom aus Uganda gehört zu den Kindern, denen die Hagenowerin Heike Nörenberg helfen konnte. Die Hörakustikmeisterin war jetzt zehn Tage in Uganda und Tansania, um als taub geltende Kinder zu unterstützen. Malaria, Mittelohrentzündungen oder auch häusliche Gewalt würden in Ostafrika viel häufiger Schwerhörigkeit verursachen als bei uns, sagt die engagierte Frau. „Viele Menschen leiden an unbehandelten Ohr-Infektionen, weil kein Geld für Antibiotika oder Hörgeräte vorhanden ist. Und HNO-Ärzte und Audiologen gibt es kaum.“

Blossom verlor ein Teil des Gehörs, als sie krank wurde und mit Chinin behandelt worden ist. Chinin wirkt hochtoxisch auf das Innenohr, das Mädchen wurde schwerhörig. Ab diesem Zeitpunkt sprach sie auch nicht mehr. Doch sie habe Glück gehabt, so Heike Nörenberg. Die Wenigsten können zur Schule gehen, doch sie kam in die Uganda School for the Deaf, wo sie in Gebärdensprache lernt. Das ist eine von zwei Gehörlosenschulen, wo zwei ausgebildete Audiologen: Amin Said (Mugeza School in Bukoba/Tansania) und Jackson Mbuusi (Ntinda School in Kampala/Uganda) arbeiten. Beide hat Heike Nörenberg geschult. Seit 2009 steht die Hagenowerin mit beiden Schulen in Kontakt, auch um sie mit Hörgeräten zu versorgen.

Das fehlte Blossom bis jetzt. Ihre Eltern hätten es sich nicht leisten können. Jetzt hatte das Mädchen ein zweites Mal Glück: Ihre Schwerhörigkeit konnte mit gespendeten Hörgeräten nahezu ausgeglichen werden. Als sie ihr Hörgerät am Ohr hatte, lauschte sie lächelnd den Geräuschen und begann sofort selbst zu lautieren. „Das war ein wundervolles Gefühl für mich“, so Heike Nörenberg. Nun könne Blossom sprechen lernen, womit sie die Chance auf ein selbstbestimmteres Leben hätte. Als Blossom den Raum verließ, merkten alle sofort, wie bewusst und anders sie jetzt ihre Umwelt wahrnahm. Und „uns wurde wieder einmal schmerzlich bewusst, wie wichtig das Hören ist“, sagt die Hagenowerin. Doch damit die Kinder die Hörgeräte langfristig nutzen können, braucht es Einiges. Hörgeräte müssen nicht nur an den Hörverlust des jeweiligen Nutzers angepasst werden, sondern es bedarf laufender Wartungsarbeiten. Deshalb haben Heike Nörenberg und ihre Mitstreiter je ein funktionierendes Hörgeräteakustik-Center in den Städten Kampala und Bukoba aufgebaut.

„Die Zusammenarbeit macht uns große Freude. Jeder ist mit Engagement und viel Liebe dabei. Ich habe nach den jetzigen Workshops kaum noch Bedenken, dass unsere gemeinsame Aufgabe, schwerhörige Kinder in Ostafrika mit Hörgeräten zu versorgen, immer mehr Gestalt annimmt und in ein paar Jahren völlig selbstständig vor Ort läuft.

Heike Nörenberg freut sich schon auf 2014. Da wird sie die kleine Blossum und alle Kinder wieder sehen.

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