Wahl-Elbestädter baut Schifferfamilie Frede wieder auf : Dömitz erhält Pfeifenmanufaktur

Das alte Frede-Kontor in Dömitz 'Am Wall 10' baut der Gerd Jansen derzeit wieder komplett auf. In dem Gebäude wird er eine Pfeifenmaufaktur einrichten. Harald Schulz
Das alte Frede-Kontor in Dömitz "Am Wall 10" baut der Gerd Jansen derzeit wieder komplett auf. In dem Gebäude wird er eine Pfeifenmaufaktur einrichten. Harald Schulz

Der gelernte Offsetdrucker Gerd Jansen setzt ein Hobby in Dömitz in die Tat um: Er baut das ehemalige Kontor am Haus Nr. 10 in der Dömitzer Straße "Am Wall" wieder auf. Dort wird eine Pfeifenmanufaktur errichtet.

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28. November 2012, 11:37 Uhr

Dömitz | Die Welt vom Wahl-Dömitzer Gerd Jansen besteht aus Pfeifen, Tabak - auch solchem zum Kauen -, tausenden historischen Verpackungsschachteln und hunderten Keramiktöpfen, um Reste aufzufangen oder als Bevorratungsplatz. Jetzt, auf dem Weg in sein neues Lebensjahrzehnt, setzt der gelernte Offsetdrucker, Quartiersmann in der alten Speicherstadt Hamburgs und Tabakwarenladen-Inhaber in Eimsbüttel ein weiteres Hobby in Dömitz in die Tat um: Er baut das ehemalige Kontor am Haus Nr. 10 in der Dömitzer Straße "Am Wall" wieder auf und wird dort eine Pfeifenmanufaktur einrichten.

Das gesamte Gebäude wird wieder originalgetreu aufgebaut. Jansen verwertet sogar alte Mauersteine wieder, insbesondere die, in denen längst erwachsen gewordene Dömitzer ihre Spuren in den Ziegel gekratzt haben. Dass es dieses im Jahre 1840 erbaute Haus mit Kontor und Blick auf die Elbe sowie auf die Eisenbahnbögen sein musste, darüber war sich der Liebhaber von Altem und Kunstvollen beim Anblick des "Häuschen" im Jahre 1995 sofort sicher. Dömitz, Am Wall 10, wird vielleicht schon in aller nächster Zeit der Rückzugsort und Altersruhesitz für Jansen und seine Lebensgefährtin Helga Ella Köpke - ohne Fernseher und Zigaretten. Die sind tabu.

Den Tabakwarenladen "Gerd Jansens Pfeifendepot und Werkstatt" in Eimsbüttel will er nach dreimaliger Mieterhöhung nun verkaufen, einen Käufer hätte er bereits. Dann ist nochmals eine große Kraftanstrengung nötig, um den gesamten Fundus Tausender aus aller Welt stammender Tabakspfeifen, Original-Verpackungshüllen und -dosen für Tabak, Kautabaken und Töpfen sowie das gesamte Zubehör in Dömitz unterzubringen. Die Werkzeuge und Maschinen zum Restaurieren, Reparieren, Polieren der Pfeifen stehen bereits in Dömitz. Für Drechselarbeiten bedient sich Jansen künftig eines fachkundigen und handwerklich sehr erfahrenen Helfers.

Weil der Denkmalschutz es so vorschreibt, muss das Kontor fensterlos bleiben. Jansen hat jedoch eine pfiffige Lösung: Der Eingang in die "kleine Sandkiste", wie Jansen das Kontor nennt, wird als Klöntür mit Blick in die Manufaktur gebaut.

Jansen erlebt gern in Dömitz seine verlängerten Wochenenden. "Die Ruhe in meiner Ecke ist einmalig", meint Jansen. Was ihn aber konkret weiterhin bis an die Dömitzer Elbe verfolgen wird, sind die Anfragen von Filmemachern, die Originale aus dem Fundus von Jansen benötigen. So wurden beispielsweise eine Tabakverpackung für einen Film über den Schriftsteller Hans Fallada und eine Pfeife für eine Dokumentation über den deutschen SPD-Politiker Herbert Wehner benötigt.

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