Boizenburg : Disziplin in der Architektur

Jason (re. vorn) und sein Freund Finnian interessieren sich nicht so sehr für Architektur-Modelle wie ihre Eltern. Sie freuen sich, bald in die Schule zu kommen und vor allem, nun auch in den Hort zu dürfen.
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Jason (re. vorn) und sein Freund Finnian interessieren sich nicht so sehr für Architektur-Modelle wie ihre Eltern. Sie freuen sich, bald in die Schule zu kommen und vor allem, nun auch in den Hort zu dürfen.

Am Montag wurden in der Tarnow-Schule die Gewinner des europaweiten Architektenwettbewerbs zum Grundschulzentrum vorgestellt

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21. Juni 2017, 07:53 Uhr

Dieser Moment wurde von vielen Eltern mit großer Spannung erwartet. Dementsprechend groß war das Interesse an der Vorstellung der Siegermodelle des europaweiten Architektenwettberbes für das neue Grundschulzentrum am Montagabend, etwa 50 Interessierte kamen in die Tarnow-Schule. „Das war schwierig, aus den 42 Bewerbungen die sieben besten auszuwählen und von denen noch mal drei Gewinner“, erklärte der Vorsitzende des Bauauschusses, Heinz Gohsmann (SPD), am Rande der Veranstaltung im Gespräch mit der SVZ. Einen ganzen Tag lang hatte sich das Preisgericht aus fünf Fachleuten und vier Mitgliedern des Hauptausschusses der Stadtvertretung unter dem Vorsitz von Architekt Prof. Joachim A. Joedicke am 11. Mai dafür Zeit genommen.

Überzeugt hatte das Preisgericht am Gewinner-Modell, dass das Architektenbüro das jetzige Gebäude der Grundschule Ludwig Reinhard konzeptionell einfach weitergedacht hat, dass die neue Turnhalle auf der Fläche neben der jetzigen Bibliothek planerisch Platz fand (derzeit Basketballplatz), die Räume im Alt- und Anbau sehr logisch angeordnet sind und weil durch die Kompaktheit der Gebäudelösung genügend Freifläche für den Pausenbereich auf dem durch private Nachbargebäude schwierig geschnittenen Grundstück vorhanden ist.

„Für uns war wichtig, die hohe Qualität des alten Schulgebäudes in den Mittelpunkt zu rücken“, erklärte Roger Ahrens vom Gewinner-Team, dem Architektenbüro ahrens & grabenhorst mit dem Landschaftsplaner Christoph Schonhoff aus Hannover. „Das rote Backsteingebäude hat etwas Preußisches und strahlt Disziplin aus. Die wird uns bei der Planung, vor allem hinsichtlich der Kosten, auch noch weiter stark beschäftigen“, meinte er mit Blick auf den Bürgermeister bei seiner kurzen Vorstellung des Modells. Für den Anbau des vierzügig ausgeschriebenen, doch nun auf fünf Züge zu erweiternden Grundschulzentrums hätten sie sowohl Farbe und Material als auch die U-förmige Raumanordnung aufgegriffen und gegen das vorhandene Gebäude gesetzt. Der Innenraum der so verbundenen Us wird nun zur Hälfte aus einem grünen Innenhof und zur Hälfte aus einem großzügigen, hellen Atrium für Pausen und Veranstaltungen bestehen.

Im Zusammenhang mit der neuen Turnhalle sagte Roger Ahrens, ihnen sei zwar bewusst, dass in der Senke neben der Bibliothek der Hochwasserschutz eine Rolle spielen müsse, sie würden diesen Ort jedoch trotzdem für das Gebäude am sinnvollsten finden.

Auf Nachfrage von Eltern erklärte Gesche Grabenhorst, dass der Hol- und Bringeverkehr für die Schüler durch die Öffnung zur Düsteren Gahre mit einem weiteren Parkplatz dort und die Erhaltung der jetzigen Busschleife mit Parkplatz entzerrt werde. Wo der Hort untergebracht werde, sei jedoch eine politische Entscheidung. „Wir haben seit 20 Jahren Erfahrung mit der Planung von Schulgebäuden“, konnte die Architektin den Anwesenden versichern.

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