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Hagenow : Dieser „Job“ ist seine Leidenschaft

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kantor Stefan Reißig ist neuer Musiker der Kirchgemeinde Hagenow/ In Kirch Jesar schon nach kurzer Zeit Spuren hinterlassen

von
erstellt am 23.Sep.2014 | 15:43 Uhr

Der Mann ist Künstler, aus Leidenschaft und Überzeugung. Das sieht man sofort, nicht nur wegen der Mähne auf dem Kopf. Ganze 29 Jahre zählt er und hat erst vor wenigen Tagen die Aufgabe des Kirchenmusikers in der großen Gemeinde Hagenow/Kirch Jesar übernommen. Sie zählt immerhin 2400 Glieder.

Reißig, der sich gegen mehrere Bewerber durchsetzte, ist von vielen mit Sehnsucht erwartet worden. Ist die Besetzung seiner Stelle doch ein Zeichen für den Aufbruch in der Gemeinde nach turbulenten Zeiten. Ab Juni 2013 war die Stelle nicht mehr besetzt. Reißig bedankte sich dann auch bei allen Helfern, die die Kirchenmusik in Hagenow in Zeiten der Vakanz am Leben gehalten haben, vor allem beim Ehepaar Oertel.

Eigentlich hätte der 1,93 große junge Mann Musiklehrer am Gymnasium werden müssen, diese Ausbildung hat er auch. Er zog den Gang in eine Kirchgemeinde, die ihm viele Pflichten auferlegt aber auch Spielraum lässt, vor. Denn diesen „Job“, der eigentlich eine Berufung ist, gibt es gar nicht mehr so oft. Längst nicht jede Kirchengemeinde kann und will sich einen Musiker leisten. Von den 269 Gemeinden in Mecklenburg haben gerade einmal 35 noch so eine Stelle. „Das ist wahrhaftig ein Nischenberuf, den ich mir da gewählt haben“, weiß der geboren Kühlungsborner, der sich als Single schon eine Wohnung in Hagenow genommen hat. Offizieller Antritt war der 1. September, die ersten Tage hat der überaus freundliche Hüne vor allem zum Kennenlernen vieler Menschen genutzt. Nichtsdestrotz warten auf den leidenschaftlichen Musiker, der sich selbst als von der Klassik beeinflusst bezeichnet, viele Aufgaben im Alltag der großen Gemeinde. Ihm obliegt die musikalische Begleitung der Gottesdienste, auch in Kirch Jesar. Dazu kommt, dass alle musikalischen Gruppen und Chöre von ihm betreut werden. Das betrifft z. B. den Ökumenischen Chor mit seinen derzeit 34 Mitgliedern, das betrifft den Posaunenchor und auch die Jungbläser. Spielen könne er ein Blechblasinstrument noch nicht, aber er sei dabei es zu lernen.

Dafür „tobt“ er sich im besten Sinne auf der hervorragende „Nussbücker-Orgel“ aus. Künftig wird er, so hat er es im Pressegespräch versprochen, auch eigene Konzerte geben. Die Musik von Johann Sebastian Bach liegt ihm dabei besonders am Herzen. Stefan Reißig kann aber auch etwas mit härteren und moderneren Klängen anfangen. Die Klarheit der Rockmusik von „Deep Purple“ oder „AC/DC“ findet er schon beeindruckend. Nur mit dem Technogedröhn von heute kann er wenig anfangen. Mit Kinderstimmen dafür umso mehr. Mit dem 8. Oktober werden die früher existierenden Kinderchöre wieder gegründet. Zum einen für den Altersbereich von der ersten bis zur 4. Klasse und von Klasse 5 bis 7. Dafür gibt es feste Probentermine, und jeder kann sein Kind dort anmelden. Reißig: „Jeder, der musizieren will, ist bei uns willkommen. Dafür muss man nicht in der Kirche sein. Wir werden uns neben den normalen Proben nun auch um Stimmbildung kümmern“.

Es geht also um einen musikalischen Neuanfang, der auch Konzerte beinhaltet. Mehr als zehn davon soll es im Jahr geben. Das erste bereits am 27. September, wenn ab 19.30 Uhr der Schweriner Gospelchor mit seinen gut 40 Mitgliedern in der Hagenower Stadtkirche auftreten wird. Übrigens unter der bewährten Leitung des Hagenowers Andreas Thorun. Mit noch mehr Spannung fiebert der Musiker Reißig aber dem 29. November entgegen, wenn in der Kirche zum Auftakt in die Adventszeit das Weihnachstoratorium zusammen mit der Parchimer Kantorei groß aufgeführt wird.

Den kompletten Beitrag finden Sie im e-paper Programm unserer Zeitung und natürlich in der Printausgabe am Mittwoch.

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