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Schüler in Not : Diese Kinder suchen einen Lehrer!

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Eltern und Kinder hoffen, dass sich eine Lehrkraft für Tripkau findet. Als Zwischenlösung müssen die Kinder nach Neuhaus gefahren werden.

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 16:40 Uhr

Am Mittwoch gab es für die Mädchen und Jungen in der Außenstelle Tripkau der Grundschule Neuhaus die Halbjahreszeugnisse. Außerdem wurde ihre Lehrerin Regina Bliesch verabschiedet. Da war die Stimmung getrübt. Doch damit nicht genug. Ab Dienstag müssen sie mit den Bussen nach Neuhaus, werden auf die Klassen verteilt und hier unterrichtet. Denn es ist bisher nicht gelungen, einen neuen Lehrer oder eine neue Lehrerin nach Tripkau zu ziehen, obwohl dort eine Dauerstelle angeboten wird und die Lehrer vom Grundsatz her in Niedersachsen auch verbeamtet werden.

Eltern und Schüler sind traurig und das auch besonders in der Rückschau auf die vielen Anstrengungen, die unternommen wurden, um den Standort in Tripkau zu halten. Der Wunsch der Eltern war immer, dass die Grundschüler in zwei Kombiklassen unterrichtet werden. Eine Zeit lang gaben die Schülerzahlen selbst das nicht her, doch die Eltern kämpften und erreichten eine Ausnahmegenehmigung. Aber zurzeit wird keine Ausnahmegenehmigung benötigt. Die Zahl von 27 Mädchen und Jungen reicht aus für die Außenstelle und den Unterricht in zwei Klassen. Alles wäre gut, wenn sich möglichst bald eine Lehrkraft findet. „Mit Herrn Bodendieck kam für Tripkau vor drei Wochen eine willkommene, kompetente Aushilfe, an die Seite von Frau Bliesch. Die Kinder waren begeistert. Aber Herr Bodendiek ist Seiteneinsteiger. Leider ist diese Stelle nur befristet und eine Entscheidung über den dauerhaften Verbleib Herrn Bodendiecks in Tripkau lässt daher noch auf sich warten“, bedauert Marlis Reinecke. Sie erinnert sich noch genau, dass sie nicht begeistert war, als die Ratsmitglieder den Schulbezirk neu festgelegt hatte und Zeetzer Kinder plötzlich in Tripkau beschult werden sollten und nicht mehr in Neuhaus, wie vorher. Die Politik wollte den Standort immer halten und mit der Neuordnung der Schulbezirke ihren Teil dazu beisteuern. Inzwischen ist Marlis Reinecke eine überzeugte Verfechterin der kleinen Grundschule und will sich dafür einsetzten, wie andere Eltern auch. „Unsere Kinder fühlen sich hier sehr wohl. Alles ist überschaubar, sie sind gut aufgehoben und können in den kleinen Klassen gut lernen“, so Marlis Reinecke.

Ralf Voß fügt hinzu, dass es auch enorm wichtig sei, dass das Oberamt seinen Schulstandort behält weil es sich damit ein wichtiges Standortmerkmal für wohnungssuchende Familien bewahrt. Es wäre ohnehin schon so viel an Infrastruktur weggebrochen. „Soweit ich weiß, sind große Anstrengungen unternommen worden, um eine Lehrkraft zu finden, aber viele scheuen wohl den weiten Weg. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf“, unterstreicht Petra Schäfer.

Marlis Reinecke, Daniela Rummler, Dirk Sacher, Ralf Voß und Petra Schäfer haben einen Brandbrief aufgesetzt und hoffen, dass durch das Öffentlichmachen der Situation in Tripkau jemand gefunden wird. Sie und mit ihnen die anderen Eltern sind überzeugt, dass die Kinder auch und besonders in einer „Zwergenschule“ gut unterrichtet werden und wünschen sich den Fortbestand ihrer Schule.

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