Ausstellung Zarrentin : Die zarteste Erpressung seit es Blütenblätter gibt

Aus filigranen Blüten und Pflanzenteilen fertigt Ines Bargholz ihre Bilder. Die rote Indianernessel im Vordergrund zählt zu ihren Lieblingsblumen im Garten hinterm Haus.  Fotos: Thorsten Meier
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Aus filigranen Blüten und Pflanzenteilen fertigt Ines Bargholz ihre Bilder. Die rote Indianernessel im Vordergrund zählt zu ihren Lieblingsblumen im Garten hinterm Haus. Fotos: Thorsten Meier

Bis zum 22. August zeigt Künstlerin Ines Bargholz in Zarrentins Kloster ihre fantasievollen Collagen

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01. August 2016, 10:00 Uhr

Gern schaut Ines Bargholz in den nächtlichen Himmel, in das Anlitz von Blüten, bewundert Wolkengebilde sowie Hölzer und Steine, denen die Natur die Patina des Lebens aufgedrückt hat. Dann spüre die 57-Jährige ihre innere Weite, die Verbundenheit mit der sichtbaren wie unsichtbaren Welt und die überschäumende Freude des Einfach-Hier-Seins.

„Was anderen Menschen vielleicht zu unbedeutend scheint, ist mein Lebensinhalt“, verrät die einst in Bad Dürrenberg Geborene im SVZ-Gespräch, hinterm Haus im etwas magisch daherkommenden Garten. Während von irgendwo das sehnsuchtsvolle Trompeten der Kraniche herüberweht.

Dieser vor 26 Jahren von ihr selbst gewählter Lebensraum in Neuenkirchen habe sie gelehrt, genauer hinzuschauen, stiller zu werden und im Jetzt, Hier und Heute präsent zu sein. Über Elfen, Kobolde, Feen, Naturgeister und Trolle zu reden, ist täglicher Sprachgebrauch für die Künstlerin, die derzeit bis zum 22. August im Kloster von Zarrentin eine kleine aber feine Auswahl ihres kreativen Schaffens unter dem Motto: „Zarte Erpressungen“ vorstellt. Am Sonntag, dem 7. August, stellt sich Ines Bargholz den Fragen der Ausstellungsbesucher. Um 17 Uhr findet zur Halbzeit der Schau eine sogenannte Midissage statt.


Bilder geben ein Stück der Künstlerin wieder


„Das soll eine Anspielung auf das Pressen von Blüten und Pflanzenteilen sein, die ich sammle, trockne und zu Bildern arrangiere, die auch ein Stück von mir selbst wiedergeben“, erklärt Ines Bargholz. Am Schaalsee zeige sie überwiegend die Originale, bei denen das Licht auch die Farben verändere, blasser werden lasse. „Das Material arbeitet nach, weil es organisch ist.“

Sie habe großes Glück gehabt, vor über zwei Jahrzehnten in Neuenkirchen gelandet zu sein, gesteht Ines Bargholz bei einer Tasse grünem Tee. „Die Freude die ich empfinde, wenn ich in der Natur arbeiten kann, ist unbeschreiblich. Ich glaube auch, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als wir sehen. Dafür lasse ich mich auch gern nachsichtig belächeln.“ Die Blüten und Pflanzen für ihre filigranen Bilder sammele sie in verschiedenen Stadien. Man entwickele mit der Zeit den Blick für das passende Material. Mit ihren Bildern sorge sie nicht selten auch für Fragen. „Ich liebe Verwirrungen, denn auch die Natur ist mitunter recht chaotisch. und will sorgsam erforscht werden.“

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