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Hagenower Kreisblatt

19. Oktober 2017 | 09:26 Uhr

Wittenburg : Die Wünsche von 100 Gesichtern

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Grafikprojekt von Heike Grellmann soll Flüchtlinge aus ihrer Anonymität herausholen

von
erstellt am 20.Mai.2016 | 12:00 Uhr

100 Gesichter mit 100 Geschichten dahinter. Geschichten, die nicht mehr anonym bleiben sollen. Geschichten, die erzählt werden wollen. Die Idee stammt von Heike Grellmann. Sie möchte eine Ausstellung auf die Beine stellen, bei der sich Flüchtlinge in unserer Region vorstellen. „Ich möchte die Menschen aus ihrer Anonymität herausholen“, erzählt die Neuenkirchenerin.

25 Menschen hat sie bereits in Form von Visitenkarten erfasst. „100 Faces“, nennt die Grafikerin ihr Projekt. „Wir haben das Projekt ins Leben gerufen, weil wir manchmal zu vergessen scheinen, dass wir bei Gesprächen über anonyme Flüchtlinge über Menschen reden, die ihre eigene Persönlichkeit besitzen.“ In dem Projekt erzählen die geflüchtete Menschen von ihren Wünschen, Interessen, über die Vergangenheit und die Zukunft.

Die Idee für „100 Faces“ entstand im vergangenen Jahr. „Ich habe in Hagenow und später in Wittenburg Deutschunterricht gegeben“, so Heike Grellmann. Daraufhin habe sie viele Flüchtlinge näher kennengelernt und ihre Geschichten gehört. Die Hobby-Fotografin habe zudem zahlreiche Portraits gemacht und wollte beides nun miteinander verbinden. Die Visitenkarten, die alle auch bei Facebook veröffentlicht werden, sollen einerseits die Menschen dahinter vorstellen. „Und vielleicht entstehen darüber hinaus ja auch Kontakte, die bei der Integration helfen können.“

Die Integration sei nun die größte Aufgabe, die allen bevorstehe. „Integration kann man nicht einfach von oben verordnen. Integration geschieht vor Ort und lebt von Begegnungen“, so Birgit Hesse, Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, bei ihrem Besuch mit Landrat Rolf Christiansen im Begegnungscafé Wittenburg, in dem sich auch Heike Grellmann engagiert und ihre Idee „100 Faces“ vorstellt.

Viele Projekte und Veranstaltungen werden in der Begegnungsstätte in Wittenburg durch die Zusammenarbeit von Stadt, Internationaler Bund und evangelischer und katholischer Kirche realisiert. „Integration findet am Menschen statt. Die ehrenamtlichen Helfer, die sich hier engagieren, sind alle mit Liebe und Herz dabei, um hier eine Gemeinschaft zu schaffen“, erklärt Petra Grimm das Konzept, dass hinter der Begegnungsstätte steht. Gemeinsam organisieren sie zum Beispiel die Kleiderkammer, die sich in der alten Bauernmarkthalle befindet. Im Dezember wurde die Aktion „Ein Licht für dich und mich“ ins Leben gerufen, es gab ein Konzert für Flüchtlinge und Wittenburger, gemeinsame Kochabende, Treffen im Begegnungscafé und viele weitere Aktionen.

Seit Mai organisiert der IB das neue Projekt „Zeichnen gegen Schubladendenken“ und ein neues Konzert soll Anfang Oktober stattfinden. Wer die Arbeit in der Begegnungsstätte unterstützen oder Projekte wie „100 Faces“ sponsern möchte, kann sich bei Petra Grimm unter Tel.: 0151-25778866 melden.

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