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Hubertusjagd in Vellahn : Die wilde Hatz nach dem „Fuchs“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Jagd hoch zu Ross – Gelebte Tradition bei der Hubertusjagd in Valluhn.15 Reiterinnen und Reiter packte der sportliche Ehrgeiz

Um es gleich mal vorweg zu nehmen: An diesem Tag wurde keinem Getier nach dem Leben getrachtet. Am allerwenigsten dem Fuchs, dem bei der traditionellen Hubertusjagd ja eine besondere Rolle zukommt. Stattdessen ging es um Geschicklichkeit und Schnelligkeit von Ross und Reiter im Gelände. Die Freude an der Bewegung in der Natur war ebenfalls Anlass für die 15 Reiter, die am Sonnabend der Einladung des Reit- und Fahrvereins Valluhn e. V. gern gefolgt waren. Jedes Jahr im Herbst veranstalten besonders ländliche Reitvereine diese wilde Hatz, benannt nach Hubertus von Lüttich, seit dem Mittelalter der Schutzpatron der Jagd.

„Diese Veranstaltung ist auch der Abschluss der diesjährigen Reit- und Fahrsaison und gleichzeitig ein Dankeschön an alle Mitglieder, Freunde und Sponsoren unseres Vereins“, betonte Roland Cillwik vom Vorstand des Vereins, er ist der Kassenwart. Beheimatet ist der Verein mit seinen rund 100 Mitstreitern übrigens auf dem örtlichen Trakehnerhof. Dass über die Hälfte davon Kinder, zu über 98 Prozent Mädchen, sei eine mehr als erfreuliche Tatsache. Auch wenn man gerne mehr Jungs in der Truppe hätte, sagt der 72-Jährige. Doch zurück zur Jagd. Wenn die Felder abgeerntet sind, sich das Laub an den Bäumen gelb und rot färbt, die Luft klar und kalt wird, die Graugänse in südlichere Gefilde ziehen, beginnt die beliebte Zeit der Reitjagden. Jetzt folgen die Männer und Frauen dem Ruf der Jagdhörner. Schon seit über 80 Jahren wird dazu in Deutschland kein lebendes Wild mehr gehetzt. Vielmehr folgt die Meute einer im Vorfeld künstlich angelegten Fährte. Doch nicht nur für die Berittenen sind diese Stunden unter freiem Himmel ein besonderes Erlebnis. Sondern auch für die Zuschauer. Angefangen beim Abritt der Jäger bis hin zu dem ein oder anderen Geländehindernis, an dem sich das vortreffliche Zusammenspiel von Mensch und Tier hautnah verfolgen ließ. Als Master ritt Ina Schmidt vom Trakehnerhof. Zum „Fuchs“ war Kay Zierke eingeteilt. Marion Edler aus Gudow schließlich jagte ihm den Fuchsschwanz an der Schulter ab und konnte ihn so nach einer kurzen, aber heftigen Hatz in ihren Besitz bringen

Ob Gräben oder Baumstämme; das Springen war kein Muss. So konnten an der Traditionsveranstaltung auch weniger geübte Reiter ungezwungen teilnehmen, ohne zu riskieren, ungewollt abzusatteln. Denn die Jagd war in zwei Gruppen eingeteilt. „Sicherheit wird bei uns ganz groß geschrieben. Wir wollen keine Unfälle im Gelände oder gar Verletzungen“, erklärte Cillwik gegenüber der SVZ.

Nach einem deftigen Schüsseltreiben mittags im Gelände, es gab Erbsensuppe, fand die Hubertusjagd auf dem Trakehnerhof ihren zünftigen Abschluss. Als Belohnung nach der kräftezehrenden Jagd erhielt jeder der Teilnehmer einen traditionellen Eichenbruch.

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erstellt am 24.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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