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Hagenower Kreisblatt

20. November 2017 | 05:14 Uhr

Schloss Neuhof : Die Wiedergeburt von Thomas S.

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Wie die Mannschaft von Schloss Neuhof einen schweren Schicksalstag wegsteckt und ehrgeizige Pläne für die Zukunft hat

von
erstellt am 07.Mai.2015 | 11:30 Uhr

Normalerweise hätte es ihn in seiner Küche treffen müssen, denn dort war er bis zu diesem Schicksalstag immer zu finden. In der Restaurantküche vom Schloss Neuhof. Doch es traf Thomas Schinkmann (51) in seiner Freizeit, in der Wohnung. Plötzlich. Am 5. März 2014 fiel er dort gegen 14.30 Uhr einfach um, Herzinfarkt. Dass er heute noch lebt verdankt er vor allem seinem Nachbar Rudi Nagel, der ihn geistesgegenwärtig wiederbelebte, und natürlich seiner Partnerin Mareen Drewke, die trotz ihres Schocks schnell Hilfe holte. Thomas weiß von diesem Momenten an nichts mehr. Nichts von der Wiederbelebung, nichts vom Rettungshubschrauber, der gleich wieder landen musste, weil er noch einmal ins Leben zurück geholt werden musste, nichts von den Behandlungen im UKE Eppendorf.

Nicht nur für Mareen und deren Sohn war auf einen Schlag alles anders. Denn mit Thomas war eben nicht nur der Lebenspartner schwer krank, mit ihm war auch der Koch und der Chef einer erfolgreichen Firma weg. Denn Schinkmann und Drewke betreiben nicht nur die Gastronomie im Schloß sondern auch noch die beiden Kantinen bei „Riha Wesergold“ in Dodow und bei der „Bettenwelt“ in Zarrentin. Es wurde ein mehrfacher Überlebenskampf, für den erkrankten Thomas aber auch für das Unternehmen. „Ich weiß gar nicht, bei wem ich mich im Rückblick zuerst bedanken soll. Uns haben viele geholfen, viele Unternehmen, Lieferanten. Und unsere Partner in Dodow und Zarrentin haben uns die nötige Luft gelassen. Aber ohne meine Mitarbeiter wäre das alles überhaupt nicht gegangen“, blickt Mareen Drewke zurück. Ohne die treuen Gäste im Schloss-Restaurant natürlich auch nicht. Auch hier hat Besitzer Jürgen Baumgarten den beiden fair geholfen.

Inzwischen ist Thomas Schinkmann zurück. Zurück in der Küche, in seiner Familie, im Leben und doch ein anderer. „Ich versuche alles so langsam wie möglich und ohne Hektik zu machen. Langsamer eben, mit Bedacht.“ Schinkmann, bekennender Ostberliner, hat in den vergangenen Monaten oft genug gesagt bekommen, was er alles falsch gemacht hat. Zuviel Hektik, zuviel Streß, zuwenig Ausgleich, immer im Einsatz, der ganz normale Druck in der Gastronomie halt. Dazu kamen und kommen die Gerüchte, die noch immer nicht verstummen wollen. Wann sie denn zumachen, wurden sie jetzt immer wieder gefragt. „Gar nicht, wir glauben an den Standort Neuhof, und wir haben ja längst weitergemacht“, empört sich Mareen Drewke. Erst jüngst gab es einen gut besuchten italienischen Abend im Schloß, am 17. Mai soll das nächste große Event folgen. Dann dreht sich dort alles rund um das Thema Spargel.

Thomas Schinkmann, der Chef auf Genesung, ist zwar schon wieder in der Küche zu finden, doch die Arbeit wie früher kann er noch nicht leisten. Mit Thomas Meyer hat schon seit Monaten ein neuer Koch das Sagen. Seine Spezialität sind die frischen Sachen und viele Kräuter. Ihm zur Seite steht in der Küche Marcel Reinke und Restaurantfachmann Christof Spenst. Insgesamt umfass das Unternehmen Gastronomie Neuhof mit den beiden Kantinen, die täglich jeweils um die 80 Mahlzeiten verkaufen, derzeit zehn Beschäftigte. Und es spricht einiges dafür, dass die kleine Firma erfolgreich weitermacht.

In einem will sich Thomas Schinkmann trotz seines Schicksalsschlages treu bleiben: „Hier wird keine Dose aufgemacht, bei uns wird noch richtig gekocht.“


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