Elbfähre : Die „Tanja“ liegt auf dem Trockenen

Am Montag auf der Darchauer Seite.  Fotos: Maria Niesen
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Am Montag auf der Darchauer Seite. Fotos: Maria Niesen

Fährbetrieb zwischen Darchau und Neu Darchau eingestellt/ Die „Amt Neuhaus“ in Bleckede transportiert weiter Pkw, Motor-und Fahrräder

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11. August 2015, 19:59 Uhr

Das hat es in den ganzen 25 Jahren, seit die Fährverbindung zwischen Neu Darchau und Darchau wieder aufgenommen wurde, nicht gegeben: die Fähre - jetzt ist es die „Tanja“ - liegt im übertragenen Sinne auf dem Trockenen. Die Wasserstände in der Elbe sind derzeit so niedrig, dass der Fährbetrieb gestern Abend um 21 Uhr eingestellt worden ist.

„Eine Katastrophe“, entfährt es Erwin Kruse, dem Betriebsleiter des Fährbetriebs. „Und es ist überhaupt nicht abzusehen, wie lange das dauern wird. Aus dem Oberlauf der Elbe muss das Wasser kommen, damit die Pegel wieder steigen und da kommt nichts.“ Die Wasserstandsvorhersagen verheißen auch nichts Gutes. Stand der Pegel in Neu Darchau gestern bei 80 Zentimetern, sinkt er in den kommenden Tagen noch weiter ab: heute auf 76 Zentimeter, Donnerstag auf 74, Freitag auf 71 und Sonnabend auf 69 Zentimeter.

Die „Tanja“ wurde erstmal an den Niedrigwasseranleger West gelegt. Richtig auf dem Trocken darf sie natürlich nicht zu liegen kommen, das würde die Antriebe beschädigen. Die Fähre „Amt Neuhaus“, die zwischen Bleckede und Neu Bleckede pendelt, kann weiter Pkw’s, Motor- und Fahrräder transportieren.


Anderer Antrieb ermöglicht Fahrten


Sie hat einen anderen Antrieb als die „Tanja“ und außerdem ist die Fahrrinne dort tiefer. Eine Prognose ist immer schwer abzugeben und auch Betreiberin Petra Wilhelm kann sich nicht darauf einlassen. „Wir mussten wegen Niedrigwassers bisher noch nie einstellen und fahren weiter so lange, wie es geht und bisher geht es eben noch ganz gut.“ Bettina Kalytta, Leiterin des Wasserschifffahrtsamtes in Lauenburg, kann mit Zahlen aufwarten. Die niedrigsten in der Elbe gemessenen Wasserstände gab es im Frühherbst des Jahres 1947. Am 2. Oktober wurden am Pegel Neu Darchau 67 Zentimeter gemessen. Auch im August 2003 stand das Wasser in der Elbe sehr niedrig. Am Pegel Neu Darchau wurden 78 Zentimeter gemessen. „Und Niederschläge sind nicht in Sicht“, so Kalytta. Die gewerbliche Schifffahrt auf der Elbe sei zum Erliegen gekommen, auch große Sportboote hätten ihre Schwierigkeiten. Im Gegensatz zur Situation bei Hochwasser oder Eisgang wird die Schifffahrt von Seiten des Amtes nicht eingestellt, da muss jeder Schiffsführer selbst entscheiden, wie viel Wasser er unterm Kiel benötigt.

Einmal mehr werden die Menschen rechts und links der Elbe eine Brücke sehr missen.

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