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Hagenower Kreisblatt

11. Dezember 2017 | 06:33 Uhr

Banzin : Die Schönheit des Unauffälligen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Grit Boss lebt in Banzin, ihrem kleinen Kosmos, mag keine Unehrlichkeit und würde gern mal in die Toskana reisen, um zu malen

von
erstellt am 02.Dez.2017 | 12:00 Uhr

Noch bevor die Menschen schreiben konnten, tanzten sie. Die Bewegung zu Musik verleihe Kraft und Selbstbewusstsein, sei eine Wohltat für die Seele, haben Forscher herausgefunden. Eine, die sich gerne und regelmäßig den schönen Empfindungen des Tanzens aussetzt, ist Grit Boss. Tanzen bedeute für sie, die körperliche Freiheit zu genießen, sagt die gebürtig aus Ribnitz-Damgarten Stammende, die in Boizenburg aufgewachsen ist. Sie ist Kunsttherapeutin, Sozialpädagogin und Gartenbauingenieurin.

„Diese drei Berufe durchwirken meine Bilder und mein Handeln“, gesteht die seit 2000 in dem 200-Seelenort Banzin Beheimatete. „Das ist hier mein kleiner Kosmos“, betont die 53-Jährige, als sie SVZ-Redakteur Thorsten Meier die beliebten Fragen zum Wochenende beantwortet. Bei selbstgebackenem Stollen in der gemütlichen Küche und einer Tasse Frischgebrühtem aus Kaffeebohnen. Während die weiße kanadische Schäferhündin Luise um die Beine scharwenzelt. An der Wand hängt eines ihrer bunten Werke, schief, wie es scheint. „Das soll so sein, das hat das Bild selbst entschieden, als ein Nagel rausfiel“, erklärt die Hobby-Malerin, die gerade im Unvollkommenen das Vollkommene sieht. „Das Leben lässt sich nicht kontrollieren und hat immer seinen eigenen Plan“, sagt Grit Boss, die den Umgang mit Pinsel und Farben nach einer schweren Lebenskrise für sich entdeckte.

In Japan lobt Wabi-Sabi als uralte Weisheit der Ästhetik das Unvollkommene, Unperfekte und Unbeständige aller Dinge. Die Art, das Leben so zu sehen, lädt den Betrachter ein, das Alltägliche neu zu entdecken und die Schönheit des Unauffälligen wahrzunehmen. Ganz so, wie es Grit Boss in ihren Werken meisterhaft gelingt.

Wie ist Ihr Lebensmotto?

Das Leben ist immer ein Geschenk, auch wenn es manchmal nicht so daherkommt. Achte daher jeden Tag auch auf die kleinen Überraschungen.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Bei mir im Atelier hinterm Haus und in der Natur.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Mit Rüben verziehen auf dem Feld. Das war eine knochenharte Arbeit.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Wahrscheinlich für Klamotten.

Wo findet man Sie am ehesten?

Auf Arbeit oder im Atelier. Dort versuche ich täglich mindestens zwei Stunden kreativ zu sein.

Was stört Sie an anderen?

Unehrlichkeit. Betroffen macht mich auch, wenn andere Menschen immer nur das Negative sehen, sich über gar nichts mehr freuen können.

Welche Musik hören Sie am liebsten?

Verrückte Volksmusik, aber auch Rock und Pop, sie muss nur tanzbar sein.

Sind Sie ein Kopf- oder eher ein Bauchmensch?

Ganz klar ein Bauchmensch.

Wonach suchen Sie im Leben?

Mich als Mensch weiterzuentwickeln. Ich will etwas bewegen und andere berühren.

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?

Gemüse, etwas Wurst und Käse sowie Scharfes und vor allem Pesto.

Welchen Wunsch wollen Sie sich noch erfüllen?

Ich würde gern mal in die Toskana reisen. Das Licht dort soll so atemberaubend schön sein. Um dort zu malen. Größere Ausstellungen möchte ich auch mal machen, gern auch im Ausland.

Wen würden Sie gern mal auf einen Becher Kaffee treffen?

Wenn es noch möglich wäre, unbedingt den französischen Maler Claude Monet. Er ist der Inbegriff des Impressionismus, aber leider schon tot. Doch die Lichtstimmungen in seinen Bildern gehen mir durch und durch.

Können Sie sich mit nur einem einzigen Wort beschreiben?

Energiegeladen

Wo ist für Sie Heimat?

Heimat ist der Ort, an dem ich mich wohlfühle, den ich selbst gestaltet habe, wo ich mich zurückziehen kann.

Was bedeutet Ihnen die Liebe?

Sie ist einer der größten Motoren, die es überhaupt gibt. Liebe ist weit gefächert, ohne sie ist das Leben armselig. Sie erst gibt unserem Leben den Atem.

Wenn Sie kochen oder Essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?

Ich liebe Indisch und Asiatisch, experimentiere viel in der Küche. Kochen muss für mich kreativ sein.

Worauf könnten Sie niemals verzichten?

Auf das tägliche Malen, meien Familie, Freunde und die Tiere.

Worauf könnten Sie verzichten?

Auf Luxus jeder Art.

Welches ist für Sie das schönste Wort?

Freude

Was war Ihr bisher schönstes Geschenk?

Eine ganz tolle Überraschungsreise nach Paris von meinem zweiten Mann.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer ersten Reise?

Als Studentin in die Hohe Tatra, das war abenteuerlich.

Wem sollen wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Der Puppenspielerin Conny Unrauh aus Herrenhof.

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