Boizenburg : Die Schnäppchen-Räder

Interessierte Besucher begutachteten die angebotenen Fahrräder.
Interessierte Besucher begutachteten die angebotenen Fahrräder.

Bei der Versteigerung der Stadt kamen nur wenige Fundsachen unter den Hammer

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21. Mai 2019, 05:00 Uhr

Sie versprechen mitunter hohe Qualität zum niedrigen Preis. Auch deswegen erfreuen sich Auktionen von Fundsachen großer Beliebtheit.

Die Versteigerung der Stadt Boizenburg steht hierbei jedoch in einem etwas anderen Licht. Die letzte Auktion von Fundsachen war in allen Belangen eine Veranstaltung im Miniaturformat. Kaum Angebote, keine Handvoll Besucher und kein gegenseitiges Überbieten.

So kam der Auktionator Benjamin Reppe so gut wie gar nicht in Aktion. Gemeinsam mit seiner Kollegin aus dem Bürgerbüro, Priscilla Gätke, hatte er gerade einmal acht mehr oder weniger funktionstüchtige Fahrräder aufgebaut, Die Hälfte von ihnen wechselte für das Mindestgebot von je zehn Euro seine Besitzer.

Bei den Schnäppchenjägern handelte es sich übrigens um Gäste auf Zeit. Ein Ehepaar und eine alleinreisende Frau aus dem Iran, die seit zwei Jahren beziehungsweise fünf Monaten in Deutschland sind. Sie zogen mit ihren sehr günstig erstandenen Rädern zufrieden davon.

„Handys oder Laptops haben wir nicht im Angebot“, erklärte Benjamin Reppe einigen Vorbeischauenden, die sich gezielt danach erkundigten und liefert mit seiner Aussage gleich einen Grund dafür, dass nur wenige Glücksritter den Weg zur Versteigerung auf sich genommen haben.

„Handys, die früher wahre Besuchermagneten waren, wird es bei unseren Auktionen überhaupt nicht mehr geben“, ergänzte Dagmar Poltier auf Nachfrage. Die Leiterin des städtischen Fachbereiches Bau/Ordnung begründete das eingeschränkte Angebot mit datenschutzrechtlichen Verordnungen.

Zwar würden auch solche Dinge durchaus noch verloren oder vergessen, dürften aber nicht weiter verwendet werden. „Gefundene Handys bewahren wir sechs Monate auf und geben sie dann an eine spezielle Firma, die deren Festplatten mit sämtlichen Daten unwiderruflich vernichtet und danach die Handys, um bei diesem Beispiel zu bleiben, tatsächlich zerstört“, sagte sie.

Die Fachbereichsleiterin empfiehlt allen, die ihr Handy im Stadtgebiet verloren oder liegen gelassen haben, sich frühzeitig im Fundbüro zu melden, ob es möglicherweise ein ehrlicher Finder dort abgegeben hat. Erreichbar sind die Ansprechpartner im Bürgerbüro unter Telefon: 038847/626-74, -75, -76 oder -32 oder unter der allgemeinen Bürger-Hotline 115.

Derweil sammeln sich im Fundbüro wieder Verlorenes und Vergessenes für die nächste Versteigerung der Stadt. Höherwertiges wie etwa Bohrmaschinen, Schmuck, Handtaschen oder Regenschirme, Integralhelme, wie es sie zu früheren Zeiten durchaus gab, befinden sich noch nicht darunter. „Nur Fahrräder“, meinte Dagmar Poltier, die sich darüber wundert, wie viele Pedalritter ihr Gefährt allein stehen lassen.

Der Erlös der jüngsten Auktion in Höhe von 40 Euro fließt übrigens als Einnahme aus Versteigerung in den Haushalt der Stadt.

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