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Betrugsmasche in Karft : Die Sache mit dem geplatzten Scheck

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Wittendörper Pension erhält verlockendes Angebot. Polizei warnt vor Geschäften per E-Mail oder am Telefon

von
erstellt am 09.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Vor einigen Tagen bekommt Elfi Grefe eine interessante Buchungsanfrage auf ihren Tisch. Die Betreiberin einer kleinen Zimmervermietung in Karft erhält in einer  E-Mail aus London ein Angebot, das auf den ersten Blick sehr lukrativ aussieht. „Wir haben eine sehr solide aussehende Buchungsanfrage aus England erhalten, bei der allerdings eine ungewöhnliche Zahlungsweise angeboten wird“, berichtet sie. 

Die Pension soll  für eine Reisegruppe mit zehntägigem Aufenthalt einen Scheck über einen wesentlich höheren Betrag  im Voraus erhalten, den Scheck einlösen und  den die Übernachtungskosten übersteigenden Betrag an die Reisegruppe zurück überweisen. Genau heißt das, die Gruppe aus England gibt vor, einen Scheck eines Sponsors einlösen zu wollen. Dieser Scheck deckt die Übernachtungskosten inklusive  Flug- und Mietwagenkosten etc. ab. „Wir als Pension lösen den Scheck bei der Bank ein und überweisen den Rest zurück an die Gruppe.“

Ein zehntägiger Aufenthalt für vier Personen würde in der Zimmervermittlung in Karft rund 800 bis 1000 Euro kosten.  Der Scheck  belaufe sich auf rund 7000 Euro.  6000 Euro sollten dann zurücküberwiesen werden. „Sie gehen davon aus, dass kleine Zimmervermittlungen sich mit  Bankgeschäften wohl nicht so gut auskennen“, vermutet Elfi Grefe.   

Denn die Gefahr ist, dass die Bank diesen Scheck erst einmal dem Konto gutschreibt: es dauert zirka zwei Wochen bis dann aber die Rückbuchung des geplatzten Schecks erfolgt. „Die Betrüger hoffen darauf, dass man die Überweisung an sie getätigt hat, bevor der Scheck geplatzt ist.“

Elfi Grefe reagiert nicht gleich auf die Buchungsanfrage, sondern macht sich erst einmal   am Computer  schlau.  Sie stellt fest, dass die  Aufmachung der  Anfrage  sehr den Mails der  Nigeria-Connection  entspreche. Das ist eine Gruppe von Betrügern aus Nigeria, die sich auf  Vorauszahlungsbetrug im Internet spezialisiert hat. „Ich habe  im Internet recherchiert, und siehe da: diese Masche ist seit einigen Jahren bekannt.“

Mit Abzocke im Internet und am Telefon hat die Polizei täglich zu tun, sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann auf Nachfrage.   Die Betrugsmaschen seien mittlerweile ein Massenphänomen.  Die Betrüger locken mit falschen Versprechen oder mit Schreiben, die neugierig machen.   Der Fall von Elfi Grefe sei hier in der Region noch nicht ganz so bekannt. „Auf jeden Fall sollte man davon die Finger  lassen“, empfiehlt Wiechmann.  Hier gehe es nicht  um Zimmervermietung, sondern ganz eindeutig um Betrug. Die Buchungsanfrage sei nur ein Vorwand, um an  Geld zu kommen. „Das ist eine von vielen Maschen“, so Klaus Wiechmann. Die Täter gehen sehr facettenreich vor. Am Ende wollen sie jedoch nur eines: Geld. „Man sollte immer misstrauisch bleiben und wenn man den Absender nicht kennt, auf keinen Fall Geld überweisen“, rät der Experte.

Für Elfi Grefe ging es am Ende gut aus, sie ist nicht auf die Betrüger reingefallen. Die Pensions-Besitzerin hat    Anzeige bei der Polizei erstattet und möchte den Fall auch öffentlich machen. „Meine Warnung an die Pensionen und Zimmervermietungen in dieser Region: Verzichten Sie nie auf ein gutes Geschäft, aber seien Sie äußerst vorsichtig bei ähnlichen Anfragen“, so Grefe abschließend.

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