Ludwigslust-Parchim : Die Reservetruppe in der Kreispolitik

Brigadegeneral Gerd Krop begrüßt hier seine Reservisten vom Kreisverbindungskommando, links, Christian Rosenkranz, daneben sein Nachfolger Knut Kleidohn.
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Brigadegeneral Gerd Krop begrüßt hier seine Reservisten vom Kreisverbindungskommando, links, Christian Rosenkranz, daneben sein Nachfolger Knut Kleidohn.

Einige Kommunalpolitiker halten eine besondere Verbindung zur Truppe, nicht nur bei Katastrophen kann das für die Bürger sehr hilfreich sein.

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02. Februar 2018, 12:00 Uhr

Eigentlich kennt man Maika Friemann- Jennert, Stefan Geier oder auch Christian Rosenkranz in der Öffentlichkeit als Kommunalpolitiker. Doch die drei, die alle zur CDU gehören, haben noch eine andere, militärische Karriere. Als Reservisten der Bundeswehr. Diese Arbeit ist bei allen drei nun in ganz besonderer Weise gewürdigt worden.

Maika Friemann-Jennert, die auch im Landtag sitzt, ist vom Kapitänleutnant zum Korvettenkapitän befördert worden. Beim Heer wäre das der Majorsdienstgrad. Christina Geier, der u. a. im Kreisausschuss für Wirtschaft, Bau und Tourismus, ist nun Hauptbootsmann der Reserve. Beide Politiker wurden vor großer Bühne vom Brigadegeneral Gerd Kropf, Kommandeur Landeskommando Mecklenburg-Vorpommern, befördert. Der General, der in Schwerin sitzt, hatte mit seinen Leuten die Chance der Einweihung der neuen Katastrophenzentrale des Landkreises ergriffen, um seine Reservisten zu würdigen. Und die Beförderten waren sichtlich stolz auf die Zeremonie. Christian Geier bekam zudem das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold verliehen.

Das galt in besonderem Maße auch für Christian Rosenkranz. Der hatte nach zwölf Jahren entschieden, den Posten als Chef des Kreisverbindungskommandos abzugeben. Für diesen Kommandowechsel war der General extra nach Ludwigslust gekommen. Er berief den in Neustadt-Glewe als Chef eines Weiterbildungsunternehmens tätigen Rosenkranz ab und ernannte dessen Nachfolger. Oberstleutnant d.R. Knut Kleidon. Dieser hatte zuvor in Sachsen-Anhalt gearbeitet, ist beruflich in Schwerin tätig und soll nun diesen wichtigen Job ausfüllen. Denn der Chef des Kreiskommandos ist gerade bei Notlagen die entscheidende Schnittstelle zwischen den zivilen Behörden und der Bundeswehr. Gezeigt hat sich das in den vergangenen Jahren vor allem bei den Hochwasserlagen im Landkreis. Dort kann der Kommandeur der Hagenower Grenadiere nicht eigenmächtig entscheiden, dass er zur Hilfe an die Elbe ausrückt. In so einem Fall haben die Verbindungskommandos das Sagen. Sie kennen sich in der Gegend aus, kennen die Behörden und können helfen, dass die Hilfe schnell an der richtigen Stelle ankommt.

Christian Rosenkranz hat diesen Teiljob in Uniform in den vergangenen zwölf Jahren nicht nur gern gemacht, er hat ihn gelebt. Doch nun musste er den steigenden Anforderungen in seinem Beruf Tribut zollen, der Aufwand war einfach zu groß geworden. Der neue tritt nun in große Fußstapfen und muss in nächster Zeit vor allem die Gegend aber auch seine Partner in den Behörden kennenlernen. Christian Rosenkranz, so etwas wie die Nummer zwei der CDU-Kreistagsfraktion, hat ihm dabei seine Hilfe angeboten.

Als der Weiterbildungsfachmann seinen uniformierten Job anfing, betrat er Neuland, denn die Verbindungskommandos waren damals so gut wie unbekannt. Inzwischen sind sie gelebte Realität. Kreisverbindungskommandos (KVK) gibt es in jedem Landkreis der Bundesrepublik Deutschland; Mecklenburg-Vorpommern verfügt, infolge von sechs Landkreisen und zwei kreisfreien Städte, über acht derartige Kommandos. Sie sind ausschließlich mit bis zu zwölf ortsansässigen Reservisten besetzt, die sich für diese Aufgabe freiwillig zur Verfügung stellen und diesen Dienst neben ihrem Berufsleben leisten. Und es ist kein Geheimnis, dass viele Reservisten dafür nur wenig bis kein Lob ernten und durchaus auch bessere Regelungen verdient hätten. Denn der Landkreis braucht bei Notlagen und schweren Katastrophen gerade auch seine uniformierten Helfer und kann nicht alles mit seinen eigenen Leuten klären. Zumal der Landkreis Ludwigslust-Parchim mit den beiden in Hagenow stationierten Bataillonen über eine im Land beispiellose Präsenz verfügt. Und wer die Soldaten beim Füllen der Sandsäcke auf den Deichen beobachtet hat und auch die Anteilnahme der Bevölkerung erlebte, der weiß wie wichtig diese schnelle Koordinierung im Hintergrund ganz plötzlich werden kann.

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