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Hagenower Kreisblatt

22. November 2017 | 00:03 Uhr

Die Prognosen fahren Achterbahn

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jun.2013 | 07:40 Uhr

Boizenburg | 815, 745, 690, 695 und 780. Das waren die täglichen Prognosen in Zentimetern in der vergangenen Woche von Dienstag bis Sonnabend für den zu erwartenden Höchststand des Pegels der Elbe in Boizenburg. Bei diesen starken Schwankungen der Vorhersagen ist es schwer, darüber zu entscheiden, wo und in welchem Umfang Maßnahmen zum Schutz vor der nahenden Flut zu erfolgen haben. Das ist die Aufgabe der Mitglieder des Hochwasser-Krisenstabes. Seit der Beratung am Sonnabendabend sind auch Vertreter vom Technischen Hilfswerk (THW) und von der 3. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 401 aus Hagenow Teilnehmer dieses Gremiums.

Bei den Soldaten von Hauptmann Jan Irentschiuk handelt es sich übrigens um die Patenkompanie der Elbestadt. Sie erhielten am gestrigen Sonntag den Befehl: Ärmel hochkrempeln. Wie das aussieht, davon konnte sich Harald Jäschke ein Bild auf dem Elbdeich Mahnkenwerder machen. Hier, an der Grenze zum benachbarten Bundesland Niedersachsen beginnt ihr Einsatz. Enden soll er in dem rund sieben Kilometer entfernten Hafen von Boizenburg. Die Soldaten erfüllen für die Menschen in dieser Region einen Verteidigungsauftrag. Sie packen gefüllte Sandsäcke auf den mit Sand und Folie um 30 Zentimeter erhöhten Deich. Unaufhörlich bringen Transporter neue Sandsäcke. Ginge es nach Hauptmann Irentschiuk, würden Amphibienfahrzeuge seine Truppe zusätzlich vom Wasser aus beliefern. Verwaltungschef Jäschke will schauen, was sich da machen lässt.

Boizenburg wehrt sich gegen die drohende Flut, die die Stadt möglicherweise am Donnerstag erreicht. Der vorsichtig geschätzte Höchststand oder auch Scheitel liegt bei 780 Zentimeter. Jäschke und der Krisenstab gehen nach wie vor davon aus, die Elbe hinter den Deichen halten zu können. Dafür sind neben den 100 Soldaten, 250 Feuerwehrleute aus der Stadt und den Umlandgemeinden sowie 20 Kräfte vom THW mit schwerer Technik rund um die Uhr im Einsatz. Zu Gunsten des kürzesten Anfahrtsweges übernachten die Grenadiere während der kritischen Tage in einer Sporthalle. So sind sie jederzeit bereit.

Erhöht werden nicht nur die Deiche. Auch die im Jahr der Jahrhundertflut (2002) endgültig fertiggestellte Hafenmauer wächst um 30 Zentimeter. Hier erfolgt die Erhöhung mit Steinen.

Erklärtes Ziel sei es, so Jäschke gegenüber unserer Redaktion, die B 5 nicht zu sperren. In Höhe der Vierer Berge befindet sich ihre tiefste Stelle. Geplant ist deshalb, auch auf dem Deich am Radweg Sandsäcke aufzubringen, damit die Senke nicht voll läuft und die wichtige Bundesstraße befahrbar bleibt.

Der Hafen entwickelt sich mit steigenden Pegelständen immer mehr zu einer Touristenattraktion. Er zieht die Besucher an, wie ein Magnet. So lange die Zuschauer die Fahrzeuge der Einsatzkräfte nicht behindern, ist das Wasser gucken kein Problem, betonte der Bürgermeister noch einmal.

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