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Wittenburg / Boizenburg : Die Plastetüte kann jetzt einpacken

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Gestern gingen im sky-Supermarkt Wittenburg und Boizenburg letzte Polyethylen-Tragehilfen übers Band. Alternativen stehen bereit

von
erstellt am 13.Sep.2017 | 05:00 Uhr

„Es ist an der Zeit, dass die Plastiktüte endlich aus dem Sortiment genommen wird. Ich halte das für eine Superidee“, sagt Philipp Hartinger, Marktleiter des sky-Supermarktes in Wittenburg im Mühlenring. Gestern ging bei dem 29-Jährigen die letzte dieser umweltschädlichen Tragehilfen über das Band. „Im Durchschnitt haben wir pro Woche bis zu 500 Tüten verkauft“, sagt der gebürtige Schweriner, der seit sieben Jahren diesen Posten innehat, davon die letzten zweieinhalb Jahre in der Mühlenstadt. Verantwortlich ist er hier für 40 Mitarbeiter.

„Für diejenigen Kunden, die an der Kasse eine Tragehilfe für den Einkauf benötigen, stehen in den sky-Märkten nun mehrfach wiederverwendbare Alternativen zur Auswahl wie Papiertüten, Einkaufskartons, Baumwolltragetaschen und Permanent-Tragetaschen aus Recyclingmaterial“, so der Wittenburger Marktleiter. Die kleine Papiertragetasche koste zehn, die große 20 Cent, erklärt Hartinger. Für die Plastiktüte habe man bisher 23 Cent verlangt.

Auch bei seinem Kollegen Dennis Keck, Marktleiter der sky-Geschäftsstelle in der Ludwig- Reinhard- Straße in
Boizenburg, kann die Plastiktüte nun einpacken. Mit dem Kauf dieser Alternativen könne jeder Verbraucher für sich selbst aktiv Verantwortung für Umwelt- und Meeresschutz übernehmen.

„Die Mehrfachverwendung trägt dazu bei, die Flut an Plastiktüten einzudämmen. Denn nach Aussagen unserer Zentrale sind im Durchschnitt jährlich etwa fünf Millionen Tragetaschen aus Plastik über die rund 163 sky-Supermarktkassen gegangen. Damit ist jetzt Schluss“, so der 30-Jährige.

Mit dem Verkaufsstopp der Plastiktüten geht Rewe übrigens über die freiwillige Selbstverpflichtung von Handel und Umweltministerium hinaus.

„Uns ist bewusst, dass die Abschaffung der Plastiktüte nur ein erster Schritt zur Reduzierung von Plastikmüll sein kann. Daher arbeiten wir gemeinsam mit der Rewe an weiteren Initiativen zur Reduzierung von Plastikverpackungen im Lebensmitteleinzelhandel“, ergänzt Jens Riepe, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb bei der Supermärkte Nord zum sensiblen Thema.

Bei der Konsumgenossenschaft Hagenow e. G. will man, so auf Nachfrage unserer Redaktion, ab 2018 darüber nachdenken, ob die Plastiktüte aus den Filialen verbannt werden solle.

„Alternativen aus Papier und Baumwolle bieten wir ja schon seit längerem an. Letztendlich entscheidet der mündige Kunde, womit er seinen Einkauf nach Hause trägt“, erklärt Jan-Michael Kappe vom Vorstand.

Fazit: Die Bundesregierung möchte den Verbrauch von Plastiktüten bis Ende 2025 auf maximal 40 Stück pro Kopf und Jahr reduzieren. So schreibt es die EU vor. Derzeit soll der Verbrauch in Deutschland bei rund 70 Tüten liegen. Kritiker halten jedoch dagegen, dass Tüten aus Papier oder Tragehilfen aus Pappe nicht wirklich umweltfreundlich seien. Denn für ihre Herstellung seien Ressourcen wie Zellstoff, Wasser, Energie und Chemiekalien nötig. Aufgrund ihrer Wasseranfälligkeit könnten sie nur wenige Male benutzt werden. Besser seien Mehrweg-Tragetaschen aus Recyclingmaterial, Jutebeutel oder gar Rucksäcke.

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